30. Juli 2009
Österreichs Skandalfall -PRIKLOPIL…
Österreich
Auf der Suche nach dem zweiten Mann
Von Florian Klenk | © ZEIT ONLINE 29.10.2008 - 16:32 Uhr
Vertuschung, Schlamperei, übertriebener Opferschutz: Warum der Fall Kampusch neu aufgerollt wird
Natascha Kampusch bestreitet, dass es neben Wolfgang Priklopil noch einen weiteren Täter gegeben hat. Etliche Hinweise sprechen jedoch dafür
© Berthold Stadler/ddp
Ludwig Adamovich, ehemaliger Präsident des österreichischen Verfassungsgerichtshofs und nun Leiter der Kampusch-Sonderkommission, mag ruhig und entspannt wirken.
“Aber jetzt”, sagt ein Staatsanwalt, “machte er uns alle narrisch.” Beharrlich drängte der ehemalige Höchstrichter die Justiz dazu, im Fall Natascha Kampusch noch einmal tätig zu werden.
Mit Erfolg. Österreichs Justizministerin Maria Berger (SPÖ) und Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) wollen den Kriminalfall neu aufrollen. Alles nur Show? Oder gibt es neue Beweise?
Wiens Polizisten gehen davon aus, dass nicht nur bei der jahrelangen Fahndung nach Kampuschs Entführer schwere Pannen passiert sind. Es soll auch im Spätsommer 2006 gepatzt worden sein, kurz nachdem sich der Täter Wolfgang Priklopil selbst gerichtet hatte.
“Wichtige Beweise, die eine mögliche Mittäterschaft eines Freundes von Priklopil hätten erweisen oder widerlegen können, sind nicht gesichert worden”, sagt ein Ermittler.
Auch Adamovich kritisiert, dass “eine Reihe von Gegenständen” (Videokassetten, Tagebücher, Kleidungs-stücke), die in Priklopils Wohnhaus sichergestellt worden waren, an Kampusch ausgefolgt wurden, “ohne zuvor ihren Beweiswert zu sichern”.
Übertriebener Opferschutz, so Adamovichs Vorwurf, sei über die Interessen des Staates an der Aufklärung eines Verbrechens gestellt worden.
Kampuschs Berater fürchteten nämlich, dass Aktenstücke und Gegenstände in sensationslüsternen Medien landen könnten (was zum Teil tatsächlich geschah, das Wiener U-Bahn-Blatt heute publizierte sogar Arztprotokolle).
Über das Opfer wurde deshalb “ein Schutzschirm” (Adamovich) gespannt, der “die ohnehin schwierigen kriminalpolizeilichen Ermittlungen um und rund um Wolfgang Priklopil (…) erheblich erschwerte”.
Die Pannenserie beginnt am 3. März 1998.
Die damals zwölfjährige Ischtar A. berichtet der Polizei von einem zehnjährigen Mädchen, das von einem Täter in einen weißen Bus mit schwarzen Scheiben gezerrt worden sei. Ein zweiter Mann sei “am Fahrersitz” gesessen, so die Zeugin. Dies ist eine (auch von Kampusch bestrittene) Aussage, die so gar nicht zur amtlichen Einzeltätertheorie passt.
Die Augen der Ermittler richten sich jetzt auf Ernst H., einen Freund Priklopils. Nach Priklopils Tod gab er eine Pressekonferenz, in der er seine Unschuld beteuerte. Kürzlich tauchte H. mit Perücke verkleidet bei einer Gerichtsverhandlung auf und attackierte lästige Fotografen, ehe er selbst von Vater Kampusch Schläge erhielt.
TEIL 2
Manche Polizisten halten Ernst H. zumindest für einen Mitwisser - beweisen können sie diese Anschuldigungen nicht.
Sie haben nur Indizien anzubieten. Kurz nachdem sich Kampusch befreit hatte, traf sich Priklopil etwa sechs Stunden lang mit H.
Die beiden saßen im Auto, und H. schaltete, so wie Priklopil, während der ganzen Zeit sein Handy aus.
Was die zwei besprachen?
H. gab zu Protokoll, Priklopil habe bloß erzählt, betrunken Auto gefahren zu sein. Die Polizei sei hinter ihm her gewesen. Von Kampusch sei nie die Rede gewesen. Die Ermittler wollen das nicht glauben.
Nach dem Treffen mit Priklopil fuhr Ernst H. in die Lagerhalle seines Unternehmens.
Die Polizei hatte das Gelände bereits umstellt. Polizisten wollen nun beobachtet haben, wie H. Kisten aus der Halle zu seinem Auto schleppte.
Ein Zivilbeamter trat an H. heran. Der sei jedoch nicht erschrocken, sondern habe die Polizei förmlich erwartet.
Er stellte den Beamten eine verstörende Frage: “Hat er sie umgebracht?”
Die Polizisten rätseln, wieso H. von Kampusch wusste.
Er selbst beteuerte ja, mit seinem Freund nie über die Entführte gesprochen zu haben.
H.s Anwalt Ernst Schillhammer liefert eine mögliche Erklärung: H. habe die Bemerkung erst getätigt, als ihm die Polizisten bereits von Priklopils Verbrechen erzählt hatten. Eine Version, die die Polizei “dezidiert” ausschließt.
Es passiert Seltsames.
Die Kisten, die H. angeblich ins Auto räumte, werden nicht beschlagnahmt. Auch die Halle und der Wagen werden nicht auf DNA-Spuren untersucht.
H., so die Polizei, habe sich derweil in Widersprüche verwickelt:
Mal versicherte er, Priklopil sei ein anständiger Kerl gewesen, dann erzählte er, der Entführer habe Kinderpornos besessen. Schließlich telefoniert H. sogar mit Kampusch.
Manche Kriminalisten schäumen vor Wut. Es sei “in der Hektik” geschlampt worden. Wichtige Beweise seien dahin. Der Fall bleibe nun für immer undurchsichtig.
Zum Thema:
Schlamperei hat im Fall Kampusch Tradition. Am 4. April 1998, kurz nach der Entführung, bekamen Ermittler Hinweise, dass der von ihr erwähnte Kastenwagen vor dem Haus Heinestraße 60 in Strasshof stehe. Er gehöre einem gewissen Priklopil, einem Mann ohne Alibi, wie sich zeigte. Acht Tage später erneut ein Hinweis. Diesmal war es der Diensthundeführer Christian P., ein entfernter Nachbar. Priklopils Haus sei elektronisch abgesichert, er habe einen “Hang zu Kindern” und lebe alleine, so die Information. Der Hinweis wird nicht ernst genommen.
Nichts davon wird das Innenministerium im Herbst 2006 erzählen. Es stehen schließlich Wahlen an. Der für den Fall zuständige Kripochef Nikolaus Koch behauptete sogar, Priklopil habe ein Alibi gehabt.
Florian Klenk ist stv. Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung Falter
. Er betreibt ein Blog unter www.florianklenk.com![]()
Quelle: die Zeit.de-online -Google 30.10.2008
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Zitat:
Es gibt ganz eindeutige Aussagen die auch diese Theorie verstärken, da sich Priklopil sehr sicher war, da der Freund H. im Interview News 39/08 vom 23.10.2008 erzählte, dass Priklopil auf die Frage : Ob die Polizei auch bei ihm gewesen wäre, gemeint hat:
“Er sagte, die Bullen hätten ihn schon besucht, aber sie seien ziemlich doof gewesen und deshalb glaube er, dass sie es niemals schaffen würden, den Kidnapper zu fassen.”
Eine starke Aussage, die nur ein Wissender von sich gibt, meiner Meinung nach!
Oder die Aussage nach der Entführung von der Mutter von Sirny beim ersten Interview was Natascha mit ihr so gesprochen hatte war ein für mich sehr bedeutender Satz: Natascha Kampusch sagte zu ihrer Mutter:
„Mamamausi ich weiß eh du hast das nicht gewollt!”
Wo man sich auch fragen kann, was dieser Satz zu bedeuten hatte, meiner Meinung nach!
Und kurz darauf, wurde Natascha Kampusch ohnehin vom „Expertenteam” Max Friedrich- Pinterits u. Co… unter Beschlag genommen und total vereinnahmt so dass nun dieser Fall für immer mysteriös bleiben wird, wenn die Staatsanwaltschaft u. Co. vielleicht gar nicht aufdecken wollen was damals 1998 schon schief gelaufen war auf Grund von Star Psychiater Max Friedrich und seiner Ferndiagnose, die Fahndungsbereiche eingestellt wurde wegen sexueller Gewalt in der Familie von Natascha Kampusch.
Und 2006 wegen den Wahlen nicht aufgedeckt wurde, dass es große Pannen gab und man so diesen Fall zu einem Skandalfall machte!
Und viele verschwundene Datenträger - große Dateien auf dem Laptop von Priklopil wo ein Fahnder sagte, dass könnten Film -Bild Dateien sein, alles vernichte wurde, oder unter schwerem Verschluss bei dem Staatsanwalt Wien gehalten wird oder als Natascha Kampusch’s Eigentum rein versehentlich zurückgegeben wurde?
Ja, die österreichische Justiz und Innenministerium glänzen in den letzten Jahren nur mit großen Skandalen, Rotlichtzusammenarbeit, Jiri K. Fall, der bis hinauf in die höchsten Ränge der Polizei bekannt war aber nie in Österreich eingesperrt wurde.
Alles Fälle die auf dem Rücken von weiteren Kindopfern kaltblütig ausgetragen wurden! (Skandal mit Begleitagentur wo Staatsanwälte, Richter, Rechtsanwälte sich Kinder und Jugendliche in ihre Luxusvillen von Wien bringen ließen, in Limousinen und alles vertuscht wurde.
“Sie wußten das Alter nicht der Kinder die sie bestellt hatten oder?”
Das geht rein bei den Untersuchungsrichter die ebenfalls schon damit Bekanntschaft machten und frei gingen mit diesem Schmäh! Und dann von Tirol nach Wien versetzt werden um nur 1 Beispiel dazu zu nennen!
Die Schieflage die unser Rechtsstaat zurzeit, hat spottet jeder Beschreibung!
Betrüger werden mit Milliarden belohnt Börsentalfahrt wie im Casino alles verzockt aber mit immensen Abfindungen belohnt, so wie ebenfalls die Politiker!
Da braucht man nicht mehr auf die Gerichte und gerechte Urteile zu hoffen, als betroffener Mensch, oder?
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Vertuschungsskandal
Natascha-Ausschuss kommt
Die Grünen wollen den Parlamentsausschuss zur Polizei neu starten. Im Mittelpunkt stehen die Pannen bei den Kampusch-Ermittlungen.
Noch ist völlig offen, wer im nächsten Nationalrat sitzen wird - die erste politische Bombe nach der Wahl tickt aber bereits: Gleich zum Start der nächsten Legislaturperiode wird der Grün-Abgeordnete Peter Pilz den Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses einbringen. Dabei soll die Arbeit des durch die Neuwahl abgebrochenen Innenministeriums-Ausschusses fortgesetzt werden. Im Zentrum wird aber ein Thema stehen: die polizeilichen Ermittlungsfehler und Vertuschungen im Fall Natascha Kampusch.
Was wurde vertuscht?
Vor allem drei wesentliche Fragen sollen dabei unter die Lupe genommen werden:
- Wurden die schlampigen Ermittlungen von der ÖVP gezielt vertuscht? Und hätte Opfer Natascha Kampusch um ihre Schadenersatzansprüche gegenüber der Republik geprellt werden sollen?
- Hätte Kampusch schon viel früher befreit werden können, wenn Hinweise der Bevölkerung nicht verschlampt worden wären?
- Und die brisanteste: Hatte Entführer Wolfgang Priklopil Mittäter - die heute noch frei herumlaufen?
Laut Pilz gibt es neue Hinweise, die der von der Polizei aufgestellten Einzeltäter-Theorie widersprechen.
ÖSTERREICH-Interview mit Peter Pilz:
ÖSTERREICH: Hat der U-Ausschuss zum Innenministerium seine Arbeit nicht schon beendet?
Peter Pilz: Nein, es sind noch viele Fragen offen. Zum Beispiel, warum die Ermittlungsfehler im Fall Kampusch von ÖVP-Innenministern vertuscht worden sind.
Wollen Sie auch untersuchen, ob es einen Mittäter gegeben hat?
Da gibt es Hinweise, ja. Der Ausschuss kann nicht die Kriminalpolizei ersetzen, aber wir werden
untersuchen, ob wirklich allen Hinweisen ernsthaft nachgegangen wurde. Und da ist die Frage nach einem Mittäter von Bedeutung.
Geheimer Akt
Der U-Ausschuss könne, so Pilz, die kriminalpolizeilichen Ermittlungen nicht ersetzen, aber sehr wohl untersuchen, warum eine Reihe von in einem Geheimakt aufgelisteten Ungereimtheiten nie ernsthaft aufgeklärt wurde:
- Es gibt ein Video, das eine Geburtstagsfeier für Natascha Kampusch während ihrer Gefangenschaft zeigt. Polizisten, die es gesehen haben, behaupten, an dem Video mussten mehrere Personen beteiligt gewesen sein. Das Band wurde voreilig an Kampusch ausgehändigt.
- Der Aussage eines Mädchens, das die Entführung beobachtet und dabei zwei Täter gesehen haben will, wurde nie nachgegangen.
- Die Rufdaten-Rückerfassung der Telefonate Priklopils wurde nie ausgewertet.
- Einem Hinweis aus Deutschland, im Internet wären Kampusch-Videos angeboten worden, wurde nicht nachgegangen.
Zeuge H.
Ein wertvoller Zeuge für diesen U-Ausschuss wäre wohl jener Mann, der in der vergangenen Woche mit Prügelszenen auf sich aufmerksam gemacht hatte (siehe oben): Ernst H., bester Freund Priklopils und jener, der ihn zuletzt lebend gesehen hat. Der sich immer noch regelmäßig mit Natascha Kampusch trifft und der nach Priklopils Tod mit einer Vollmacht der Mutter Gegenstände aus Priklopils Haus entfernt hat.
Sollte der grüne Antrag für diesen Ausschuss durchgehen, ist für einen spannenden Parlamentsherbst gesorgt. Ex-Verfassungsrichter Ludwig Adamovich, der die Evaluierungskommission zum Fall Kampusch geleitet hat, ist jedenfalls dafür: “Das würde den nötigen Druck auf die Behörden erhöhen.”
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Nach Prügelei
Anzeigen nach Prozess um
Kampusch- Mutter
Vor und nach dem Sirny- Wabl- Prozess in Gleisdorf flogen die Fäuste - was für die Beteiligten noch ein gerichtliches Nachspiel haben dürfte.

Prozess gegen Sirny die Mutter von N.K....Ex.- Richter Wabl
„Ein Zahn ist locker, ein zweiter nicht mehr vital. Zudem sitzt eine Brücke nicht richtig”, erzählt Helge Sommer nach seinem Arztbesuch am Freitag. In Ausübung seines Jobs wurde der freie Fotograf am Donnerstag beim Natascha-Prozess in Gleisdorf zum Opfer von Ernst H., der als Zeuge bei der Verhandlung geladen war.
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Wie berichtet, hatte der Freund des Kampusch- Entführers Wolfgang Priklopil vor seiner Anhörung die Nerven verloren und Sommer einen Kinnhacken verpasst. „Er war hypernervös, als er an mir vorbeigeführt wurde. Plötzlich schlug er mir mit seiner linken Hand, in der er eine Tasche hielt, ins Gesicht. Dabei hat auch meine Kamera etwas abbekommen”, schäumt Sommer. Und: „Ich habe ihn wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung angezeigt.”
Sonnenbrille
Doch für Ernst H. sollte es noch dicker kommen: Denn beim Verlassen des Gerichtssaales erwartete ihn schon Ludwig Koch, bei dem ebenfalls die Nerven blank lagen: In Wild-West-Manier stieß der Vater von Natascha Kampusch den Priklopil- Freund gegen eine Wand, es folgte ein Handgemenge, dem Ernst H. unter Hilfeschreien entfliehen konnte. Auslöser des Eklats war das Auftreten von Ernst H., der vor Gericht mit einer Sonnenbrille erschienen war. Für Koch dürfte das Blackout ebenfalls ein Nachspiel haben, denn sein Opfer erklärte: „Ich habe bereits einen Termin bei meinem Anwalt.”
Keine Missachtung.
Von Justiz-Seite haben die Prügelwütigen nichts zu befürchten: „Da die Tumulte nicht im Saal stattgefunden haben, handelt es sich nicht um Missachtung des Gerichts”, erklärt Friedrich Moshammer vom Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz.
Das Urteil im Sirny-Wabl-Prozess wird - wie bei Zivilprozessen üblich - schriftlich ergehen. Moshammer: „Der Richter prüft nochmals den Akt und sollte normalerweise innerhalb von acht Wochen eine Entscheidung fällen.”
Quelle:oe24.at-online 21.09.2008
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Zitat:
Wird dieser Fall jemals wirklich aufgeklärt werden können?
Denn auch die erste Aussage von Natascha Kampusch nach ihrer Befreiung zu ihrer Mutter Sirny war:
„Mama Mausi, ich weiß, du hast das nicht gewollt” Was immer das auch geheißen haben mag, sagt einiges vielleicht aus?
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Es gab schon vor N.K. Kindopfer von Priklopil…
Das wußte auch der Hundeführer von Straßhof, der plötzlich nicht mehr aussagen will…
Priklopil seit 1978 bekannt als…
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