3. April 2010

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Betroffener Klaus Fluch meint:

“Sadismus” in der Kirche konstatiert

Betroffener eines kath.Kirche Kinderschänders Fluch sagt...

Der Betroffene eines kath.Kirche Kinderschänders, Klaus Fluch sagt...

© Reuters

Ein Opferpsychologe berichtet von “Schlägen, Demütigungen und Erniedrigungen”. Die Selbsthilfeplattform sucht jetzt nach geistlichen Serientätern.

Entschuldigungen und Demutsgebete alleine reichen der Selbsthilfe-Plattform “Betroffene kirchlicher Gewalt” nicht. Die Protagonisten prüfen deshalb, ob und in welcher Form die katholische Kirche auch rechtlich belangt werden kann. Der Wiener Anwalt Werner Schostal hält eine Klage “theoretisch” für möglich. Die Plattform verzeichnete seit Einrichtung der Hotline vergangenen Dienstag 150 Anrufer und appelliert an Betroffene, sich zu melden, um mögliche “Serientäter” aufzudecken.

Sammelklage nur über Trick möglich
Eine Sammelklage, wie man sie aus anderen Ländern kennt, ist juristisch in Österreich nicht möglich, erklärte Schostal. Infrage käme eine Klagshäufung oder die Klage mittels eines Vereins. Nur über ein derartiges Konstrukt sei eine Sammelklage möglich. Die Opfer treten ihre Ansprüche an den Verein ab, der dann klagslegitimiert ist.

“Sadismus” an der Tagesordnung?
Die Hotline der Plattform, erreichbar unter 0699/10369369, biete Beratung, sammelt gemeinsame Anliegen und vernetzt Betroffene, wenn das gewünscht wird. “Wir haben das Gefühl, auf einer Zeitreise zu sein. Wir bekommen täglich einen lebendigen Einblick in Erziehungsmethoden römisch-katholischer Institutionen des Österreichs der 60er- und 70er-Jahre”, erklärte der Psychologe Holger Eich. Rund zwei Drittel der dort gemeldeten Fälle stammen aus jener Zeit, manche Fälle reichen aber auch bis in die Jetzt-Zeit. “Schläge, Demütigungen und Erniedrigungen”, Eich fasst dies unter “Sadismus” zusammen.

Viele wollen gar kein Geld
34 Prozent der Anrufer berichteten laut Eich von sexuellen Übergriffen, 23 Prozent von seelischer Gewalt. In rund zwei Drittel der Betroffenen handelte es sich um Burschen, bei einem Drittel um Mädchen – zum damaligen Zeitpunkt. Drei Viertel der vorgeworfenen Taten wurden von Männern verübt. “Den meisten geht es nicht darum, aus dem, was ihnen widerfahren ist, Geld zu machen”, betonte Eich. Viele würden lediglich darüber sprechen und ihre Erfahrung deponieren wollen. Etlichen gehe es auch darum, zu erfahren, ob andere Opfer vom selben Pfarrer oder der selben Ordensfrau als Täter berichtet haben.

Plattform sucht “Serientäter”
Ein Hauptziel der Plattform sei es deshalb herauszufinden, ob es “Serientäter” über einen längeren Zeitraum hinweg gibt, so Eich. Dies wäre nicht zuletzt für die Verjährungsfrist von Bedeutung. Anwalt Schostal zweifelt daran, ob die Verjährung menschenrechtskonform ist: “Angesichts der immer noch bestehenden psychischen Schäden sind Verjährungsfristen infrage zu stellen.” Er möchte auch die Mitverantwortung von Papst Benedikt XVI. geprüft wissen.

Zu Klasnic-Kommission “null Vertrauen”
Die neue, von der früheren Landeshauptfrau  lehnt die Plattform ab, denn diese sei “kirchennah”.

Der Betroffene Klaus Fluch betonte, dass er sich “nicht mit der kleinsten Frage” an diese Stelle wenden würde: “Zu kirchlichen Institutionen habe ich null Vertrauen.”

Psychotherapeut Manfred Deiser formulierte die Forderungen der Plattform “Betroffene kirchlicher Gewalt”. So sollen etwa eine unabhängige staatliche Kommission nach irischem Vorbild und ein kirchenunabhängiger Fonds gegründet werden. Die Kosten für Psychotherapie sollen übernommen und die Opfer “angemessen” entschädigt werden. Alle Verdachtsfälle sollen an die Justiz weitergegeben und die Kirchenarchive für die Staatsanwaltschaft geöffnet werden, erklärte Deiser.

Quelle: www.oe24.at -online 3.04.2010

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Weitere Opfer sprechen:

Betroffener outet sexuellen Missbrauch
Ein heute 58-jähriger Vorarlberger berichtet von einem sexuellen Missbrauch in seiner Jugend durch einen Priester. Der Vorfall habe sich 1963 ereignet. Der Priester habe Buben zur “sexuellen Aufklärung” in seine Wohnung kommen lassen.

Franz Lutz, Pensionist

Kirchenopfer Franz Lutz

Kirchenopfer Franz Lutz

“Ein Priester tut so etwas nicht”
Vom sexuellen Missbrauch durch einen Priester seiner Pfarrgemeinde vor 47 Jahren berichtet der 58-jährige Pensionist Franz Lutz. Der Priester habe damals die Jungschar betreut und in diesem Rahmen 12-Jährigen eine sexuelle Aufklärung aufgedrängt, so Franz Lutz.

Er habe allein in die Wohnung des Priesters kommen müssen, beschreibt der Vorarlberger den Vorfall. Der Priester habe verlangt, dass er seine Hose hinunterlasse. Er habe die Genitalien des 12-Jährigen betastet, um die Funktionsweise der Geschlechtsorgane des Mannes zu erklären.

Dieses Erlebnis sei ihm damals höchst unangenehm und peinlich gewesen, so der Betroffene. Nur seiner Mutter habe er davon erzählt. Die Mutter habe mit den Worten reagiert: “Ein Priester tut so etwas nicht”. Deshalb habe er den Vorfall lange verdrängt. Scham verhindert offene Worte
“Er ist ja nicht nur auf mich zugekommen”, erzählt Franz Lutz. “Es sind ja viele andere, die auch diesen ‘exklusiven Aufklärungsunterricht’ gehabt haben. Aber natürlich ist die Scham sehr groß. Man erzählt nicht einmal seinem besten Freund davon.” Vorfall wurde nie angezeigt
Der Priester sei später aus der Kirche ausgetreten, habe geheiratet und sei im Gesundheitsbereich tätig gewesen. Eine Anzeige hielt Franz Lutz bisher für aussichtlos. Das habe sich heute geändert. Er breche sein Schweigen, um andere vor ähnlichen Erfahrungen zu bewahren. Seine Geschichte öffentlich zu erzählen, sei ihm nicht leicht gefallen.

Er habe eine kirchenunabhängige Hotline in Wien für Missbrauchsopfer der katholischen Kirche kontaktiert. Zu kirchlichen Ombudstellen und Hotlines habe er kein Vertrauen. “Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, kann man nicht die Zustimmung der Frösche erwarten”, sagt Franz Lutz.

Nach 47 Jahren erstattet Franz Lutz Anzeige gegen den ehemaligen Priester. Die Polizei ermittelt.

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Ex-Priester hat noch keine Stellung genommen
Wir haben versucht eine Stellungnahme des Ex-Priesters zum Missbrauchs-Vorwurf einzuholen, was uns bisher nicht möglich war; sollte er sich melden, sind wir jederzeit bereit, seine Stellungnahme nachzuholen. vorarlberg.ORF.at;
Am Freitag hat der in Salzburg lebende Musikfilm-Regisseur Carl Plötzeneder seine Erfahrungen in der Mehrerau erzählt. Er war von 1977 bis 1981 im Internat. Damals soll ein Lehrer mit einem Revolver durch die Klasse gegangen sein.

Internatsschüler outet sich als Gewaltopfer

Quelle: http://österreich.orf.at/vorarlberg -online 18.04.2010

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150 Opfer  – 150 Täter

Auskünfte dazu erhalten Opfer hier:Die Unabhängige Hotline für Betroffene kirchlicher Gewalt ist ab Mai mittwochs und freitags von 9-12 Uhr erreichbar.

hotline nummer: 0699/103 69 369

Die Unabhängige Hotline für Betroffene kirchlicher Gewalt ist

ab Mai mittwochs und freitags von 9-12 Uhr erreichbar.


Die Vereinshomepage für Betroffene kirchlicher Gewalt…

Bitte sich als Betroffener sich hier hin wenden:

Betroffene kirchlicher Gewalt

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Heimkinder. Kirchenopfer-Anwältin Klasnic spricht mit Salzburger Betroffen- en. Missbrauchsopfer in staatlichen Heimen fehlt aber eine Anlaufstelle.

STEFAN VEIGL SALZBURG (SN). In den nächsten Tagen wird die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic nach Salzburg kommen.

Sie spricht als Vorsitzende der „Anwaltschaft für Opfer kirchlichen Missbrauchs” persönlich mit Betroffenen.

Einer von ihnen ist Rudolf Vockner. Der heute 57-jährige Halleiner hatte eine schlimme Zeit vor sich, als er mit drei Jahren seiner Mutter weggenommen wurde. „Den Grund, warum ich ins Heim gekommen bin, weiß ich bis heute nicht”, sagt der gelernte Vergolder und Restaurator. Hochgekocht ist sein Trauma bei ihm erst vor wenigen Monaten: Dem wegen seiner Krebserkrankung im LKH behandelten Patienten wurde eine Plastikgesichtsmaske angepasst: „Da habe ich die Bilder wieder vor mir gehabt, wie mir als Heimkind das Plastiksackerl auf den Kopf gesetzt wurde”, sagt Vockner. Danach musste der Bub so lang atmen, bis er ohnmächtig wurde. Vockner berichtet von „Schleifpapiermassagen” und Missbrauch: „Ich habe noch von keinen schlimmeren sexuellen Praktiken gelesen, als mit uns gemacht wurden”. In manchen Fällen war auch Sadismus im Spiel: „Wir mussten uns vor einem Erzieher Stromschläge auf die Hoden verpassen.”

Schlimme Erinnerungen plagten auch Richard S. Der Salzburger Optiker (64) war im Jahr 1954 im Kinderheim Seefried in Mattsee:

„Das wurde von einem Feldwebel aus dem Ersten Weltkrieg militärisch geführt.” S. erzählt von Sanktionen für Bettnässer: „Wir mussten zum Rapport, dort die Hose runterziehen und wurden mit Polizeiknüppel verprügelt.” Ein Mädchen sei dazu gezwungen worden, mit ihrer angekoteten Hose um den Hals quer durch Mattsee in die Schule zu gehen. „Die wurde als Hosenscheißerin verspottet. Das war Folter, reiner Psychoterror”, resümiert S. heute. „Als Siebenjähriger wurde ich, weil ich krank war, am Dachboden eingesperrt und bekam nur einmal Essen am Tag.”

Der Salzburger hat vergeblich versucht, mehr über das Heim herauszufinden, in dem neben schwer erziehbaren auch viele Kinder von US-Besatzungssoldaten untergebracht waren.

„In Mattsee konnte mir niemand weiterhelfen. Ich weiß nur, dass das Heim Seefried 1960 wegen seelischer Misshandlungen an Kindern geschlossen wurde.” Auch wenn er nur wenige Monate dort gewesen sei, wünscht sich der 64-Jährige Aufklärung:

„Ein Teil meiner Kindheit fehlt, ich will wissen, was im Heim weiter passiert ist.”

Er selbst hat die Zeit zwar halbwegs gut überstanden. „Mir hat im Leben aber die Stabilität gefehlt. Mein Innerstes wurde mir als Kind gebrochen.” Richard S. ist skeptisch, ob er sich an die Klasnic-Kommission wenden soll, auch weil sie für staatliche Heime (siehe Interview) gar nicht zuständig ist. „Eine Entschädigung für Therapiestunden wäre aber vielleicht ganz gut.” Noch wichtiger wäre ihm aber, „dass es eine Anlaufstelle gibt, wo sich die Leute outen und nachfragen können. Das darf aber kein Pranger sein.”

Rudolf Vockner hingegen geht es vor allem um eines: Genugtuung. „Wenn sich Klasnic meine Geschichte durchliest, wird sie genug haben.” Auch er hat bereits in den 80er-Jahren beim Halleiner Jugendamt wegen seiner Akte nachgefragt: „Mir wurde aber die Einsicht verweigert.” Später habe er plötzlich Besuch von zwei Herren einer Behörde bekommen, die ihn gewarnt hätten, weiter nachzuforschen. Vockner war in den 50er und 60er-Jahren etwa auch in der berüchtigten Fügener „Bubenburg”. Zumindestens dieses Ordensheim hat angekündigt, die Vorwürfe zu klären und mit dem Staatsanwalt zu kooperieren.

Vockner ist es wichtig, dass sich möglichst viele Opfer melden:

Nur wenn wir mehr sind, wird etwas passieren. Alle sollten eine Entschädigung bekommen, und wenn es nur ein Hunderter ist.” Dieser Ansicht ist auch LKH-Psychologin Karoline Greimel, die mit Rudolf Vockner dessen traumatische Geschichte aufarbeitet: „Nette Worte der Kommission allein reichen nicht.”Veranstaltungstipp: Eine Diskussion zum Thema Heimkinder findet am 21. Juni um 19 Uhr im SN-Saal, Karolingerstraße 40, statt.

Salzburg / 29.05.2010 29.05.2010 /

Quelle: www.salzburg.com -online 30.05.2010

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Werde Kirche klagen…

Werde Kirche klagen Verein gegründet…

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Hier findet Ihr die nächsten Ansprechspartner für euer Anliegen und durch andere betroffene Menschen die sich zu einem Verein zusammen geschlossen haben.

Kirchenopfer machen Sammelklage…
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3 Kommentare zu “Betroffener Klaus Fluch meint:”

  1. Bernhard Etz meint:

    Meine eigene Erfahrung ist die: Missbrauch, Demütigungen und Körperverletzungen habe ich im Alter von zehn bis vierzehn Jahren (1955 bis 1959) kennengelernt, verbrochen von pragmatisierten Gymnasialprofessoren im staatlichen Bundesgymnasium von Ried im Innkreis, Oberösterreich, humanistischer Zweig! Dort besonders übel und gefürchtet: die Professoren Hohensinn und Lamberg.

    Wenn schon von „der“ Kirche, Bischöfen und auch Papst Entschuldigungen usw. gefordert werden, dann erwarte ich in gleichem Zug, dass sich – bitte lachen Sie nicht – auch die obersten staatlichen Dienstbehörden an uns, den damaligen Opfern für diese Quälereien und Sadismen, entschuldigen!! Bitte genau adressieren! Das wäre der Bundeskanzler Faymann als Chef der Dienstrechtssektion im BKA, Unterrichtsministerin Schmied, bzw. der Präsident des Landesschulrates für Oberösterreich, Landeshauptmann Dr. Pühringer. Die staatlich besoldeten Täter sind zwar schon alle tot, ich würde wie auch andere Opfer, falls sie noch leben, würden einer Aufarbeitung inkl. Entschädigungsfonds, eingerichtet am Wiener Minoritenplatz oder im Linzer Landhaus mit Interesse entgegensehen…..

    Wer ersetzt bzw. an wen kann ich mich wenden, um die Kosten der jahrelangen Psychotherapie irgendwie wieder ersetzt zu bekommen. Sie schreiben, die Opfer sollen angemessen entschädigt werden. Zunächst erwarte ich aber eine Äusserung der für diese Übeltaten verantwortlichen Dienstbehörden.Was tgun Sie dafür? Verbleibe
    mit freundlichen Grüssen
    Bernhnard Etz

    Bernhard Etz

  2. Dr. Bernhard Schweighofer meint:

    Eine Nachricht für Klaus Fluch:

    Sehr geehrter Herr Fluch!

    Ich verfolge Ihre Tätigkeit seit einiger Zeit in den Medien und möchte Ihnen auf diesem Weg Respekt zollen und sagen:

    Hut ab vor Ihnen und Ihrer Tätigkeit!

    Ich finde es großartig, dass Sie über Ihre Erlebnisse sprechen und den Mut gefunden haben – gegen viele Widerstände – öffentlich aufzutreten. Endlich kommt es zur Aufklärung vieler Vorfälle.

    Ich selbst habe auch sehr negative Erfahrungen mit der katholischen Kirche gemacht – zwar nicht im Hinblick auf sexuelle Gewalt, aber immerhin.

    Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Erfolg!

  3. P. Günther meint:

    Auch ich bewundere die Menschen die in die Öffentlichkeit gehen. Ich habe das nie getan. Bin in den Jahren 1960 er Jahren in der Bubenburg Fügen “inhaftiert ” gewesen und auch mit Schlägen erzogen worden. Dann auch noch der sexuelle Missbrauch durch den damaligen Präfekten. Ich bin froh, dass ich das alles schon verdrängt habe. Ich möchte mit diesem nicht an der jetzigen Debatte beteiligen, aber den Menschen zeigen, dass Ihnen so etwas nicht alleine passiert ist. Um Ihnen damit Glaubwürdigkeit zu bescheinigen.

Kommentare




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