17. April 2010

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Alle Behörden wußten davon…

Historiker: Behörden wussten Bescheid
Missstände in Heimen seien allen Stellen bis in die höchste Politik bekannt gewesen. Das sagte der Historiker Horst Schreiber. Das Mundtotmachen von Menschen, die Missstände aufzeigten, habe System gehabt.

Historiker Schreiber will hier eine Aufarbeitung  mit den Fürsorge Opfern.

Historiker Schreiber will hier eine Aufarbeitung mit den Fürsorge Opfern.

Verflechtung von Landespolitik und Kirche
Menschen die versucht haben Missstände in Heimen aufzudecken, seien bewusst mundtot gemacht worden, so der Innsbrucker Zeitgeschichtler Horst Schreiber:

“Typisch für die 60er bis in die beginnenden 80er Jahre war, dass diese Menschen von oben nicht gestützt wurden. Außerdem gab es damals eine viel größere Verflechtung zwischen der Landespolitik und der katholischen Kirche.”

Fehlendes Unrechtsbewusstsein
Die Missstände seien den Behörden bekannt gewesen, denn die Kinder, die aus Heimen flüchteten, wurden von der Polizei eingefangen. Es wurden Protokolle geschrieben und es gab ehemalige Mitarbeiter, die die Missstände aufzeigten. Man sei sich der Problematik bewusst gewesen, wollte sich aber nicht den Fakten stellen, so Schreiber: “Weil diese Kinder und Jugendlichen als sogenannte Asoziale angesehen wurden, war auch kein Unrechtsbewusstsein, wie wir es heute in Bezug auf diese Thematik haben, vorhanden.”

Kein Recht auf Akteneinsicht
Das setze sich auch im Umgang mit den Akten der damaligen Zeit fort. Bis heute sei es unklar, wer in die Akten der damaligen Zeit Einsicht nehmen kann und wie lange sie aufbewahrt werden müssen.

Es sei nicht einmal geklärt, ob Betroffene Einsicht in Akten nehmen können: “Die Jugendämter sind prinzipiell nicht dazu angehalten, in die Akten Einsicht nehmen zu lassen. Aufgrund der jetzigen Situation sind sie bereit, unterstützend zu wirken, aber ein Recht darauf haben die Betroffenen nicht.”

Kritik an “Rundem Tisch”
Mit dem Ruf nach einer Offenlegung aller Akten der damaligen Zeit, verbindet Schreiber auch massive Kritik am bevorstehenden Runden Tisch zum Thema Missbrauch mit Experten und den zuständigen Ministerien im April: “Mein Vorwurf ist der, dass die einladenden Ministerien die Anfrage von Betroffenen, am Runden Tisch teilnehmen zu dürfen, einfach abgeschmettert haben. Hier werden wiederum die Betroffenen zu Opfern gemacht.”

Reheis: Behörde schaut nicht weg
In einer Reaktion setzt sich Soziallandesrat Gerhard Reheis (SPÖ) für ein aktives zugehen von Seiten der Behörden ein: “Wir haben in den Einrichtungen die dem Land zur Verfügung stehen, wie Kinder- und Jugendanwaltschaft oder Jugendwohlfahrt den Auftrag erteilt, genau hinzuschauen, was in der Zeit passiert ist. Wir reden aber auch über Einrichtungen, die es heute nicht mehr gibt.”

Quelle: http://tirol.orf.at -ONLINE 30.03.2010

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Ehemalige Erzieherin wurde Mundtot gemacht.

Für großes Aufsehen hat der Bericht einer Frau gesorgt, die 1980 versucht hat, Missstände in einer römisch-katholischen Betreuungsstätte für Menschen mit Behinderung aufzuzeigen.

Alle entsprechenden Stellen haben in der Vergangenheit von den Missständen gewusst, sagt dazu jetzt der Innsbrucker Zeitgeschichtler Horst Schreiber.

Misshandlungen: Mundtotmachen hatte System

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Historiker: Landesheime ärger als Internate
In Zusammenhang mit Gewalt und Missbrauch nimmt der Tiroler Historiker Horst Schreiber auch das Land in die Pflicht.

Die geschlossenen Erziehungsheime des Landes waren damals schlimmer als die Internate, so Schreiber.

Isolationshaft und Prügelorgien
Isolationshaft und Prügelorgien seien in verschiedenen, mittlerweile aufgelösten Erziehungsanstalten des Landes Tirol an der Tagesordnung gewesen, berichtet Horst Schreiber. Über derartige Zustände bis herauf in die 70er-Jahre gebe es Berichte von Opfern.

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Anlaufstelle für Missbrauchsopfer
Am Mittwoch hat sich der für Heime zuständige Landesrat Gerhard Reheis (SPÖ) mit der Landesjugendamtsleiterin und dem Historiker Horst Schreiber getroffen.

Jetzt will man eine eigene Stelle für Missbrauchsopfer einrichten, sagt Reheis: “Wir haben in unseren Einrichtungen Informationen herausgegeben, in denen wir auffordern, uns jeden kleinsten Verdacht von Missbrauch mitzuteilen.

Darüber hinaus wollen wir eine Anlaufstelle für Opfer einrichten. Eine Gruppe von Fachexperten soll die Anlaufstelle unterstützen.”

Landesrat Gerhard Reheis

Jeden Verdacht von Missbrauch melden

WMA (943,26 KB)

Derzeit können sich Auskunftssuchende diekt an das Büro des Landesrates wenden. buero.lr.reheis@tirol.gv.at

Quelle: http://oesterreich.orf.at - ONLINE  17.03.2010

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Kinder des Staates waren hilflos der Willkür von Pflegeltern, Heimerziehern und deren damaligen Züchtigunen- Erziehungsmethoden ausgeliefert und die Behörden wurden informiert darüber mit Heimberichten und taten nichts!
Fürsorgerinnen glaubten nur den Pflegeltern…und schauten auch einfach weg!
Fürsorge Kindopfer…
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