27. Mai 2010
Gibt es hier ein friesiertes Protokoll?
Cold case: Widersprüche im Fall Kührer
26.05.2010 | 18:12 |Â MANFRED SEEHÂ (Die Presse)
Wirbel um drei Verdächtige: Sind sie Justizopfer, oder haben sie wirklich mit dem Verschwinden von Julia Kührer zu tun? Die Verdächtigen bleiben dabei, nichts mit der Sache zu tun zu haben.

Julia Kührer
WIEN. „Alter: 19 Jahre (mittlerweile 20, Anm.), Größe: ca. 160 cm, Figur: ca. 50 kg/schlank, Haare (zuletzt): schwarz (gefärbt), Augenfarbe: braun, Wohnort: Pulkau/NÖ/Weinviertel.” Das sind die Eckdaten (Internet: findetjulia.org), mit denen die Polizei die seit 27. Juni 2006 spurlos verschwundene Niederösterreicherin Julia Kührer sucht.
Ein vermeintlicher Etappenerfolg, die Festnahme von drei jungen Leuten, die Kontakt mit der Vermissten hatten, stellt sich zwar als weniger heiße Spur dar als angenommen; trotzdem gilt das Trio als verdächtig. Angebliche Polizeiprotokolle belasten die drei.
Die Geschwister Tamara (27) und Martin K. (21) sowie deren Bekannter Martin H. (26) waren für einen bzw. zwei Tage im Zuge einer kompromisslosen Aktion der Sondereinheit Cobra festgenommen worden. Allein die Tatsache, dass der Haftrichter auf die Verhängung der U-Haft verzichtet hat, lässt den Schluss zu, dass die drei (sie werden mit Haschischkonsum in Verbindung gebracht) mit dem Fall nichts zu tun haben.
Wie berichtet erheben die Eltern der Geschwister und deren Anwälte, Marcus Januschke und Norman Hofstätter, Vorwürfe, wonach die Polizei schlichtweg die Falschen festgenommen habe.
Angebliche Polizei-Abhörprotokolle, die von der Zeitung „Heute” veröffentlicht wurden, weisen indessen wieder in die umgekehrte Richtung. Ein nicht näher genannter Verdächtiger habe demnach mit dem Geschwisterpaar über Julia gesprochen. „Wir sollten über alles reden. Aber wenn es eng wird, habe ich ja die Waffe”, habe es geheißen. Und: „Dann muss ich zum Problemlöser werden, das wisst ihr eh. Wir haben keine Wahl.”
Während die Zeitung der „Presse” versicherte, ihr seien diese Äußerungen „aus zwei verlässlichen Quellen” zugespielt worden, winkt man im Bundeskriminalamt (BK) ab. BK-Sprecher Alexander Marakovits: „Das stimmt weder inhaltlich noch in der Wortwahl mit den tatsächlichen Protokollen überein.”
Allerdings habe es für das aus drei Beamten und einer Beamtin bestehende Team des Bundeskriminalamtes (der Fall Kührer wird wie berichtet als Cold Case neu bearbeitet) sehr wohl Anhaltspunkte für die Festnahme der drei jungen Leute gegeben. Letzteres bestätigt auch der Leiter der zuständigen Staatsanwaltschaft Korneuburg, Karl Schober. Mehr noch: Schober meint zu den oben zitierten „Polizeiprotokollen”: „Sinngemäß stimmt es.”
Mord, Entführung, Abtauchen?
Insofern laufen auch die Erhebungen (bisher langten mehr als 200 Hinweise aus der Bevölkerung ein) gegen die drei Personen weiter – in Richtung Beteiligung an der Freiheitsentziehung. Ob Julia Kührer tatsächlich – etwa infolge einer Entführung – irgendwo festgehalten wird, ist absolut ungewiss. Die Frau könnte auch ermordet worden sein. Oder sie ist untergetaucht. Dafür spricht, dass es überhaupt keine Spuren gibt. So wurde beispielweise nicht ein einziger persönlicher Gegenstand, den Julia am Tag ihres Verschwindens bei sich getragen hatte, je gefunden.
Die Verdächtigen bleiben dabei, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Anwalt Januschke beklagt, dass sein Mandant Martin K. völlig zu Unrecht „stigmatisiert” werde. Selbst die Staatsanwaltschaft räumt in Bezug auf das Trio ein: „Dass am Schluss nichts herauskommt, ist auch möglich.”
Auf einen Blick
â– Was ist dran an den Verdächtigungen, die gegen drei junge Leute im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Julia Kührer erhoben werden? Während die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Beteiligung an der Freiheitsentziehung ermittelt, beklagen die Verteidiger, dass das Trio zu Unrecht beschuldigt werde.
(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 27.05.2010)
Quelle: http://diepresse.com – online 27.05.2010
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Zitat:
So eine Polizeischlappe, kann auch ein “neues” Überwachungsprotokoll nicht mehr ändern, ist meine Meinung. Man sucht sich im Fall Kührer wirklich den leichten Weg zu gehen aus und wir brauchen einen Schuldigen und die Drogenszene passt uns hier gut rein.
Besser wäre es noch einer bringt sich um um sagen zu können: “Der wars, der hat dem Druck der Soko nicht mehr stand gehalten, oder? Was bezweckt man mit solchen Aktionen?
Und vor allem wo haben die SOKO Leute die Beweise dass es so ist?
Bei der Jugend von Pulkau u.Umgebung haben sie auf alle Fälle :
- ein verlorenens Vertrauen zum Staat Österreich,
- in die Polizeiarbeit, bei vielen bewirkt
- und dass sie wie früher in der Stasizeit jederzeit abgehört werden können.(ihre Handys überwacht werden können)
- Sie werden bei allen Telefonaten Angst haben abgehört zu werden und dann einfach verhaftet zu werden!
Außerdem gehört hier die Drogenfahndung, wenn schon, ran gelassen, dass ist meine Meinung, wenn der Verdacht steht, dass einer der drei Julia versteckt hält, oder wie hier schon gemunkt wird, sie ermordet wurde.
Nach 4 Jahren das zu behaupten ist etwas spät, oder ? Und es kann ganz etwas anderes dahinter stecken!
Dieser Fall ist ein schlampig recherchierter Fall von Anfang an wie im Priklopilfall, bei Natascha Kampusch! Zeugen werden nicht ernst genommen und man reagiert dann so wie jetzt!
All diese Fragen sind heute noch offen!
Die Zeit wird es hervorbringen…
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Fall Julia Kührer
26.05.2010, 19:46
Polizei wundert sich über “Geheim-Dossier”

Julia Kührer könnte heute so aussehen, muss es aber nicht...
Während offenbar wirr zusammengefügte Details aus dem Abhörprotokoll selbst bei den “Cold Case”-Ermittlern im “Fall Kührer” für Verwunderung sorgen, wird immer klarer: Die kurzfristig verhaftete Verdächtige soll die vermisste Julia sehr wohl gekannt haben. Die abgängige Schülerin sei – laut Zeugen – bei der 27-Jährigen in der Wohnung gewesen.
Im Fall Julia Kührer herrscht zurzeit Verwirrung ohne Ende. Auch wenn die Fahnder im Fall der seit vier Jahren verschwundenen Schülerin aus Pulkau (Bezirk Hollabrunn) wieder bei null beginnen müssen, so staunen sie umso mehr über täglich auftauchende neue “Geheimberichte”.
“All das, was bisher unter diesem Begriff veröffentlicht wurde, entspricht weder inhaltlich noch im Wortlaut dem Bericht, den wir der Korneuburger Staatsanwaltschaft sowie den Verteidigern übermittelt haben”, heißt es aus dem Bundeskriminalamt.
Ist das “Geheim-Dossier” eine Fälschung?
Würde in den Protokollen tatsächlich etwas von “tödlichen Konsequenzen” etc. stehen, so hätte die U-Haft bestimmt nicht nach zwei Tagen geendet. Zudem sollen weder Schrift noch Form oder auch Papierfarbe des “Geheim-Dossiers” dem Protokoll entsprechen.
Was an Fakten wirklich bleibt: Entgegen ihren Beteuerungen dürfte die Verdächtige (27) die vermisste Julia Kührer persönlich gekannt haben. Nach dem neuen Medienrummel tauchten wieder Hinweise auf, “dass Julia kürzlich in der Drogenszene am Wiener Karlsplatz gesehen worden sein soll”.
Polizei hofft weiter auf anonyme Hinweise
Wie berichtet, gibt es auch Befürchtungen der Fahnder, dass das Mädchen ermordet worden ist. Deshalb bitten die Kriminalisten erneut um anonyme Hinweise, um die derzeitige Mauer des Schweigens endlich durchbrechen zu können.
Die Kriminalisten garantieren, Hinweise (Telefon: 01/24836-85025) absolut vertraulich zu behandeln. Zudem versichern auch wir von der “Krone” und von krone.at Anonymität. Über eine anonyme E-Mail-Adresse (siehe Infobox) leiten wir alle Infos (geschützt durch das Redaktionsgeheimnis) weiter.
von Christoph Matzl (Kronen Zeitung) und krone.at
Quelle: www.krone.at -online 27.05.2010
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Zitat:
Der letzte Aufruf der Polizei klingt wie Hohn…”absolut vertraulich zu behandeln” …und wie schnell man als Verdächtiger gilt ist auch hier zu sehen!
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Alles zu diesem Fall Julia Kührer hier:
Julia Kührer…
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