9. Juli 2010

Rundschreiben -Klassnickommission 7.07.2010…

Rundschreiben  von Herrn Sepp Rothwangl

Rundbrief 8: Persönlicher Eindruck der Sitzung mit Klasnic-Kommission vom 7.7.010

Pater verband Buben die Augen fesselte ihre Hände, verklebte ihnen den Mund bevor er sich an ihnen verging...

Pater verband Buben die Augen fesselte ihre Hände, verklebte ihnen den Mund bevor er sich an ihnen verging...

Mein Resümee der Sitzung vom 7. Juli 010 mit der Klasnic-Kommission zu der die Plattform Betroffener mich zur Teilnahme eingeladen hat, da ich informell dort mitarbeite.

Dazu vorab:

Hat Gott gerade weggeschaut? Oder war er gerade nicht auf seinem Posten?

Hat Gott gerade weggeschaut? Oder war er gerade nicht auf seinem Posten?

Die Einladung durch die Plattform Betroffen.at kam für mich sehr überraschend und ich überlegte lange, ob ich sie wahrnehmen soll. Die Klasnic-Kommission ist für mich eine unerhörte Verhöhnung des Rechtsstaates, bzw. eine Selbstaufgabe des Rechtsstaats selbst, da der Staat Betroffenen keinen Rechtsschutz gewährt, sondern diese an die Gerichtsbarkeit der Kirche, also der Täterorganisation verweist.

Es erzeugt in mir ein Gefühl der Entwürdigung und Rechtlosigkeit, wie wenn man als Mafia-Opfer an die Entscheidungsgremien der Mafia ausliefert ist. Eine gewisse Neugier, wie die Kommission arbeitet, regte sich jedoch in mir, weshalb ich beschloss teilzunehmen. Ich war mir aber bewusst, dass meine Teilnahme die Kommission in einer Art aufwertet, die sie nicht verdient.

Prinzipiell ergab die Sitzung schließlich keine neuen Ergebnisse außer dem Austausch der Standpunkte, die schon aus den Medien bekannt waren und dass man  im Oktober wieder zu einem Treffen einladen werde.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Waltraud Klasnic erörterte Mag. Caroline List kurz die Geschäftsordung und dass Entscheidungen der Kommission für die Kirche bindend seien. Die in den Medien kolportierten Entschädigungssummen seien als Geste zu werten. Die Höhe sei in Anlehnung an Schmerzensgeld wie in Österreich dzt. üblich festgelegt. Schwerpunkt der Hilfe der Kommission ist nach Bedarf Therapie von “Opfern sexuellen Missbrauchs”.

Ähnlich argumentierte Dr. Brigitte Bierlein.

Dr. Werner Schostal und Mag. Jakob Purkarthofer von der Plattform Betroffen.at stellten die Unabhängigkeit der Kommission als Opferschutz-Anwaltschaft wegen der Art, wie sie zu Stande kam, in Abrede, da sie von der Täterorganisation Kirche installiert wurde. Sie forderten eine unabhängige staatliche Kommission oder ein Schiedsgericht, wo Betroffene und die Täterorganisation paritätisch vertreten sind. Schostal forderte die Erstattung auch der Anwaltskosten.

Mag. Ulla Konrad präzisierte die Arbeitsweise der Kommission insofern, dass die Bedürfnisse der “Opfer” durch ein einige Stunden dauerndes Clearing der Fälle durch einen Psychotherapeuten erhoben werden und das Ergebnis der Kommission zur Entscheidung vorgelegt wird.

Purkarthofer legte dar, das viele Betroffene sich nicht an die Kommission wenden wollen, da sie diese als nicht unabhängig und entwürdigend ablehnen und einen anderen Weg beschreiten wollen. Alle Kommissionsmitglieder stimmten zu, dass es noch eine gewaltige Dunkelziffer von Betroffenen gibt.

Dr. Kurt Scholz trat vehement für die Arbeit der Kommission ein, da sie den “Opfern” helfen will und rasch Mittel und Hilfe zur Verfügung stellt.

Dem Einwurf, dies sei Lösung des Problems durch schnelles Geld wurde von Scholz derart entgegnet, dass dies eben die Mittel seien, die die Kommission anbieten kann. Es sei jedem unbenommen andere, auch juristische Wege zu beschreiten und er werde jedem Staatsbürger auf die Schulter klopfen, der eine Änderung der Rechtslage herbeiführt. Das “schnelle Geld” für die Opfer

begründete Scholz mit Mitleid:

Er könne doch die armen, gequälten “Opfer”, die oft in einem entsetzlichen Zustand seien, nicht ohne ihnen etwas zu geben wegschicken.

Der wiederholten Forderung der Plattform nach einer staatlichen Kommission, der fast alle Kommissionsmitglieder zustimmten, oder einem unabhängigen Schiedsgericht mit paritätischer Vertretung entgegnete nur Klasnic lapidar und bestimmend:

“Eine staatliche Kommission wird es nicht geben!”

Schostal kündete an, dass er versuchen werde dennoch so eine Kommission durchzusetzen.

Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller äußerte, dass im Verhältnis die Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche marginal seien und nur 3 Promille aller Fälle ausmachten und dass 30% – 50% aller Anzeigen Fehlanzeigen wären. Bezeichnend für Haller war seine Feststellung, dass 30% der Opfer später selbst zu Tätern werden, die ich als generelle Herabwürdigung von Betroffenen wertete.

(Anm.: Dass diese Tatsache aber vermutlich ein innerhalb der Kirche unbewusster Mechanismus der Rekrutierung von Klerikern sein kann, entging ihm dabei)

Psychisches Schmerzensgeld sei in Österreich Neuland und habe keine Tradition wie in USA, wo 1 Mio Dollar üblich sei, sondern hier mit max. 70.000 Euro zu rechnen sei.

Dr. Hubert Feichtelbauer sagte: Die Kommission ist keine juristische Institution und ich vernahm und notierte mir vom ihm den Satz: “Die Glaubhaftmachung einer Schadenssumme ist unmöglich.”

An Scholz gerichtet, der sagte, dass er vehement für die Errichtung einer staatlichen Kommission sei, aber keinen Rat wisse, sie zu Stande zu bringen, brachte ich den Einwurf:

Lösen Sie diese Kommission wegen Nichtlösbarkeit des Problems auf und setzen Sie damit ein Zeichen, das Politik und Gesellschaft aufhorchen lässt und arbeiten Sie an einem Schiedsgericht mit, an dem Betroffene paritätisch beteiligt sind, und dessen Urteil die Kirche anerkennt.”

Mein Einwurf wurde vor allem wieder von Klasnic kategorisch abgelehnt.

Meine Forderung nach Wiedergutmachung wurde wegen der Wortwahl abgelehnt und wiederholt das Papier der letzten Bischofskonferrenz “Die Wahrheit wird euch frei machen” vorgezeigt, das ich insofern kritisierte, als man dort dieses Wort auch nicht findet. Eine Wiedergutmachung sei nicht möglich und das Wort “Wiedergutmachung” werde aus Bescheidenheit den Opfern gegenüber nicht verwendet, so die Kommission einhellig.

Scherzhaft erwähnte ich dann, dass Herrn Feichtelbauers Satz: “Die Glaubhaftmachung einer Schadenssumme ist unmöglich” im speziellen aus dem Munde eines Vertreters  einer Glaubensorganisation schon lustig klingt, worauf dieser antwortete, das habe er nicht gesagt, sondern es wäre wohl sehr wohl möglich Schadenssummen glaubhaft zu machen, was auch von anderen Kommissionsmitgliedern bestätigt wurde.

Im Anschluss zur Sitzung fragte ich andere Teilnehmer, ob ich denn Feichtelbauers erste Äußerung tatsächlich falsch verstanden habe, nämlich dass die Glaubhaftmachung einer Schadenssumme unmöglich sei. Ich wurde bestätigt, dass ich sehr wohl richtig verstanden hätte, dass aber Feichtelbauer offensichtlich auf meine Äußerung hin einen Rückzieher machte.

Ich gewann dadurch jedenfalls den Eindruck, diese Kommission ist nicht objektiv arbeitsfähig und ich würde mich ihr nie und nimmer aussetzen.

Wenn Feichtelbauer und einige Mitglieder der Kommission dann aber doch sagten, eine Glaubhaftmachung sei möglich, so ist dies wenigstens für mich persönlich ein kleines Ergebnis.

(Anm.: Dass Feichtelbauer tatsächlich ursprünglich sagte, die Glaubhaftmachung einer Schadenssumme sei unmöglich, können Kommissionsmitglieder sich durch Anhörung von Tonaufzeichnungen bestätigen, die sie vermutlich wohl auch mitschnitten.)

Ob die Glaubhaftmachung meiner Schadenssumme wo immer und wann immer gelingt, wird sich zeigen. Vor dieser von einer Glaubensorganisation eingesetzten Kommission werde ich persönlich aber aber sicher keine Glaubhaftmachung anstreben.

Da eine Wiedergutmachung durch die Klasnic-Kommission kategorisch abgelehnt wird, wird für mich vorerst Genugtuung übrig bleiben, für die ich selber durch eigenes Tun so lange sorgen werde, bis ich genug getan habe. Ich weiss, dass die Wahrheit mich frei gemacht hat, deshalb vertrete ich den Satz, “die Wahrheit wird die Kirche fertig machen”.

Die nach wie vor geübte Wortwahl “sexuelle Missbrauchsopfer” durch die Kommission macht für mich klar, dass die Klienten, die sich an die “Unabhängige Opferschutzanwaltschaft” bzw. die “Unabhängige Opferschutzkommission” wenden, in Abhängigkeit und die Opferrolle gedrängt werden, und nicht durch Selbstbestimmung zu ihrem Recht kommen.

Sepp Rothwangl

www.wir-offenbaren.com

—————————————————————————————————————————————————————————

Verantwortlich für diesen offenen Brief bleibt bei dem Verfasser und Beschwerden bitte ich an diese Adresse von Herrn Sepp Rothwangl zu richten unter:

Rothwangl Sepp [rotwang@calendersign.com]

——————————————————————————————-

Zitat:

Ich sage dazu nur:

Das wäre das Gleiche als wenn ich: ” zu meinem Peiniger und seiner Familie gehen hätte müssen, und sie fragen, ob ich sie anzeigen darf!”

Gerichtsgutachter Dr.Haller spricht für Sexverbrecher nicht für Ex-Kindopfer...

Gerichtsgutachter Dr.Haller spricht für Sexverbrecher nicht für Ex-Kindopfer...

Eine krasse Opferveracchtung ist hier im Gange! Überhaupt wenn ein Sexverbrecher- Gutachter in dieser Kommission sitzt der schon früher  in einem News- Interview behauptet hat: 50% aller Anzeigen von Kindopfer wären Falschbeschuldigungen! Wenn solche Leute für Recht sorgen sollen, dann ist das ein krasser Skandalfall der kath.Kirche die diese Herren und Damen auch bezahlen dafür!

Daher liebe betroffene Menschen, aber Gläubige Österreichs, da kann man nur mehr so dagegen ankämpfen….

Die einzige Methode die kath.Kirche zum Umdenken zu zwingen...

Die einzige Methode die kath.Kirche zum Umdenken zu zwingen...

Denken Sie vernünftig nach darüber….

———————————————————————————————-
7 hohe Kirchenwürdenträger des Ordens der SCHULBRÜDER werden der sexuellen Misshandlungen, Gewaltverbrechen an Kindern beschuldigt, ein Fall soll noch nicht verjährt sein…

7hohe Kirchenwürdenträger unter den SCHULBRÜDERN…
———————————————————————————-
Über 2428 Ex-Kindopfer meldeten sich und in etwa 190 bekommen bis jetzt die Möglichkeit auch entschädigungszahlungen zu bekommen?

2428 Ex-Kindopfer meldeten sich…


3 Kommentare zu “Rundschreiben -Klassnickommission 7.07.2010…”

  1. René meint:

    Wäre es allzu einfach, an finanzielle Entschädigungen heranzukommen, gäbe es garantiert sehr bald noch viel mehr “Opfer”, die einfach nur dicke Kohle abzocken wollen. Das ist sicher schon jetzt in einigen Fällen so.

  2. here meint:

    Ja, auch solche Fälle wird es geben, aber das sind bestimmt nur einzelne rücksichtlose neidige Menschen, die dadurch die Glaubwürdigkeit der anderen in Misskredit bringen wollen und aus Habgier handeln. Das ist sehr schlecht auch für die zukünftigen Kindopfer da ihnen von vornherein nicht mehr geglaubt wird.
    Falsche Opferhilfenehmer müssen herausgefiltert werden, gehören dem Gericht zugeführt und gerichtlich belangt, damit es ihnen vergeht!

  3. Valen meint:

    Es scheint also (leider) keine typisch Deutsch Angewohnheit zu sein, immer gleich einen Missbrauch zu unterstellen. Kann man sich nicht einmal erst darauf konzentrieren DIE TÄTER ZU BESTRAFEN und den Opfern zu helfen – und dann vieleicht das Risiko eingehen und vielleicht einmal zu viel als einmal zu wenig geholfen zu haben? Wäre das nicht im Sinne christlicher Nächstenliebe?

Kommentare




© 2005-2009 gegensexuellegewalt.at - Impressum