24. Juli 2010
Entschädigungsvorschlag fürs Land Tirol..
Missbrauch: Opferschutzgruppe fordert Entschädigung vom Land

Schwaz- St.Martin heute ein offenes Jungen-Heim...
Zwischen 15.000 und 25.000 Euro für jedes Missbrauchsopfer empfiehlt die vom Land eingerichtete Expertenkommission.
Innsbruck - 200 Kontaktaufnahmen von Betroffenen und Zeugen, 103 Beschwerden von 79 Betroffenen und 31 Anzeigen an die Staatsanwaltschaft: Das ist die vorläufige Bilanz für die Anlaufstelle des Landes für Missbrauchsopfer, die das Land in einer Aussendung bekanntgab. Die eingereichten Beschwerden würden insgesamt 24 Tiroler Einrichtungen betreffen.
„Lebenschicksale von Menschen”
„Wir nehmen alle Menschen sehr ernst und bemühen uns, jedem einzelnen Vorwurf sorgfältigst nachzugehen. Jeder einzelne Fall ist einer zu viel. Hier geht es um Lebensschicksale von Menschen”, zeigt sich der zuständige Soziallandesrat Gerhard Reheis betroffen.
„Viele haben zum ersten Mal über die damaligen Vorkommnisse gesprochen und über erschütternde Details berichtet.” Die Fälle betreffen den Zeitraum vom Jahr 1955 bis zum Jahr 1992.
Geschehnisse aufarbeiten
Der Kern der Aussagen Betroffener gehe Reheis zufolge dahin, das Geschehene aufzuarbeiten und persönlich erstmals darüber reden zu können. „Außerdem soll dafür Sorge getragen werden, dass solche Vorkommnisse nie mehr passieren können.”
Von 79 Missbrauchsopfern wurden 89 Beschwerden betreffend physische und psychische Gewalt eingebracht, 14 Beschwerden betreffen sexuelle Gewalt.
Bei den 24 von Vorwürfen betroffenen Einrichtungen entfallen 38 Prozent der Meldungen auf kirchliche Institutionen, 24 Prozent auf Einrichtungen des Landes und 14 Prozent auf Bereiche der Stadt Innsbruck. Aber auch in Schulen, der Uniklinik und in Vereinen seien Vorfälle passiert.
Steuerungsgruppe „Opferschutz” gibt Empfehlungen ab
Eine eingerichtete Steuerungsgruppe „Opferschutz”, die von Reheis geleitet wird, hat jetzt Empfehlungen an die Landesregierung erarbeitet. Verantwortung übernehmen, aufarbeiten und Präventionsmaßnahmen setzen, stehen dabei im Mittelpunkt.
Zuerst soll die historische Verantwortung für die Geschehnisse übernommen und die Geschichte der Heimerziehung in Tirol historisch aufgearbeitet werden.
In einem weiteren Schritt sollen die durch den Missbrauch entstandenen Therapiekosten übernommen und materielle Entschädigung angeboten werden.
Bis zu 25.000 Euro für jedes Opfer
Eine Entschädigungssumme zwischen 15.000 und 25.000 Euro für Opfer von Missbrauchs- und Gewaltübergriffen in Tirol empfiehlt die vom Land Tirol eingerichtete Steuerungsgruppe „Opferschutz”.
Bei allen Übergriffen handle es sich um schwere Persönlichkeitsrechtsverletzungen, erklärte Rechtswissenschafter und Gruppenmitglied Heinz Barta. Er sprach auch von
„Sadismen unglaublicher Art, die man eigentlich eher in Konzentrationslagern erwarten würde als in Jugendheimen“.

Der Paterre - Gittertüren waren früher und visavie die 3 Karzerzellen...
Hinsichtlich der materiellen Entschädigung habe man einen Rahmen bis 25.000 Euro vorgegeben. Weil es sich um sehr unterschiedliche Fälle handle, sei eine genau Gewichtung schwierig, meinte Barta. Man werde versuchen, ein möglich gerechtes Urteil zu fällen.
Primär gehe es um die Anerkennung, dass Unrecht geschehen sei, sagte Waltraud Kreidl, auch Mitglied der Opferschutzgruppe. Das Land Tirol müsse die Verantwortung für die Geschehnisse übernehmen. Es sei wichtig, dass jemand sage: „Das war nicht recht, das hätte nicht geschehen dürfen.” Um die Übergriffsfälle sichtbar zu machen, werde eine Homepage erstellt.
Schulungen, Ombudsstelle und Fortbildungsmaßnahmen
Mit der Einrichtung einer Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche als Betroffene von sexuellen und gewalttätigen Übergriffen, der Schaffung von ausreichend stationären Plätzen im eigenen Bundesland und der Aufstockung der Sozialarbeiter zählte Kreidl weitere Punkte des Kataloges auf. Außerdem spreche man sich gegen geschlossene Einrichtungen der Jugendwohlfahrt aus: „Wir sehen, wohin das geführt hat. Das ist keine Lösung.”
Besonderen Schutz benötigten auch behinderte und ältere Menschen, meinte Erziehungswissenschafter Christian Aigner und Mitglied der Steuerungsgruppe.
Mit Schulungen von Mitarbeitern, einer Ombudsstelle für diese Gruppe von Betroffenen und sexualpädagogischen Fortbildungsmaßnahmen wolle man entgegenwirken. Zudem solle ein Plattform zur Vernetzung aller betroffenen Institutionen wie Schulen oder psychologischer Einrichtungen geschaffen werden.
„Der nächste Schritt ist, die Empfehlungen der Steuerungsgruppe ‚Opferschutz’ den Landesregierungsmitgliedern weiterzuleiten”, betont der Soziallandesrat.
In der Regierungssitzung am 15. August werde dann erstmals darüber beraten. (red, APA)
Quelle: www.tt.com.at -online 22.07.2010
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Der Sadismus, der in den Heimen vorherrschte, die seelische Grausamkeit mit Karzern verbunden, die sexuellen Gewaltverbrechen waren krass man könnte sie mit vielen geschichtlichen Ereignissen in unserer Vergangenheit vergleichen…
Weltliche Heime und die Gewalt…
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