27. Juli 2010

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Salzburg ist nun gefordert…

Entschädigung für Heimkinder: Tirol ist Vorbild

27. Juli 2010 | 09:59 | | STEFAN VEIGL (SN).

Übergriffe:

Tirol zahlt bis zu 25.000 Euro an Opfer staatlicher Heime. Nun ist auch Salzburg gefordert, Betroffene sollen sich bei LR Scharer melden.

Schlafsaal von Erziehungs u. Kinderheimen in O.Ö.

Schlafsaal von Erziehungs u. Kinderheimen in O.Ö.

Ein ehemaliger Schlafsaal im Heim in Leonstein in Oberösterreich, in dem auch Salzburger Kinder untergebracht waren. (Bild: SN/Privat).

STEFAN VEIGL

SALZBURG (SN). Schläge und andere physische Gewalt. Systematische Misshandlungen und sexueller Missbrauch. Wenn ehemalige Zöglinge, die in den 50er- bis 70er-Jahren in Kinderheimen untergebracht waren, von ihrer Erziehung berichten, kommen häufig schlimme Schicksale zutage. Der Großteil von ihnen wurde von der Salzburger Fürsorge in Heime in anderen Bundesländer verteilt, wie Historiker berichten. Ob mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausend davon betroffen waren, weiß niemand. Genaue Zahlen gibt es keine, an die Öffentlichkeit gingen bisher nur wenige.

Für jene dieser Gewaltopfer, die in kirchlichen Heimen untergebracht waren, ist auch die Klasnic-Kommission zuständig. Für Opfer aus staatlichen Heimen bzw. Pflegefamilien gab es in Salzburg bisher keine Anlaufstelle. Soziallandesrätin Erika Scharer (SPÖ) hat Ende Mai in einem SN-Interview folgende drei Maßnahmen angekündigt: Eine eigene, unabhängige Anlaufstelle für Opfer sowie die Einrichtung eines Opferfonds. Als dritten Punkt nahm sich Scharer vor, das Schicksal dieser heute meist 40- bis 65-jährigen Salzburger historisch aufarbeiten zu lassen.

Als Vorbild für alle diese Maßnahmen nannte Scharer immer das Land Tirol:

Ihr dortiger Ressort- und Parteikollege Gerhard Reheis hatte bereits im Frühjahr eine Steuerungsgruppe einberufen.

Dieses Gremium, bestehend aus Juristen, Pädagogen, Psychologen sowie Therapeuten, dem Reheis vorsteht, ist vergangene Woche mit seinem Empfehlungskatalog vorgeprescht:

Konkret schlagen die Experten eine pauschale Entschädigung von 15.000 bis 25.000 Euro pro Opfer vor.

Weiters soll das Land Tirol laut der Kommission die Therapiekosten für traumatisierte ehemalige Heimzöglinge übernehmen; eine Anlaufstelle bei der Innsbrucker Kinder- und Jugendanwaltschaft gibt es bereits seit März. Außerdem sollen zur Prävention ausreichend stationäre Plätze für die aktuelle Fremdunterbringung von Tiroler Kindern und Jugendlichen geschaffen werden.

Auch eine offizielle Entschuldigung durch LH Platter (ÖVP) bei den 79 Tiroler Opfern, die sich gemeldet haben, soll es nach Wunsch der Experten geben.

In Salzburg ist nun Landesrätin Erika Scharer gefordert: Sie will im Gegensatz zur Reheis jeden Fall einzeln prüfen.

„Bis es die Anlaufstelle gibt, können sich Betroffene, derzeit waren es lediglich vier, in meinem Büro unter 0662/8042-5050

oder per E-Mail an scharer@salzburg.gv.at melden.

Die wenigen, die sich gemeldet haben, können noch nicht das Maß der Dinge sein”, sagt sie. Fix ist bereits die vom Land mit bis zu 50.000 Euro mitfinanzierte Aufarbeitung durch Historiker der Universität. „Wir wollen auch Interviews mit Zeitzeugen führen.”

Bei Bedarf will Scharer weiter einen Opferfonds einrichten, meint aber, dass „Entschädigung nicht im Vordergrund steht”.

Mit Kosten von mindestens zwei Millionen Euro wie in Tirol rechnet sie für Salzburg nicht.

Denn die neben den Entschädigungen ebenfalls kostenintensive Aufstockung der Sozialarbeiterstellen in den Jugendämtern will Scharer „nicht mit der Aufarbeitung der historischen Fälle vermischen.

Hier stehe ich in laufendem Gespräch mit Personalreferent Sepp Eisl.”

© SN/SW

Quelle: www.salzburg.com -online 27.07.2010

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Tiroler Historiker Univ. Doz. Mag.Dr. Horst Schreiber brachte diese für ihn historische Arbeit in Gang!

Entschädigungsvorschlag fürs Land…
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