31. Juli 2010
Auch O.Ö. hat Opfer von Heimen…
Missbrauch in Kinderheimen: Opfer kommen auch aus Oberösterreich

Sympolfoto o.oe.zeitung Erziehung in Erziehungsheimen von den 50iger bis 80iger Jahren...
WIEN. Nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen in kirchlichen Institutionen gehen in den Bundesländern nach und nach Meldungen über Vorfälle ein, die sich in weltlichen Heimen zugetragen haben. Ein Großteil der Beschwerden bezieht sich auf Fälle, die bereits Jahrzehnte zurückliegen. Manche betroffene Einrichtungen existieren mittlerweile gar nicht mehr.
In Oberösterreich wurden bisher 15 Fälle in weltlichen Einrichtungen an die Kinder-und Jugendanwaltschaft (Kija), die seit rund drei Wochen als offizielle Anlaufstelle fungiert, herangetragen. Im Wesentlichen handelt es sich um Gewaltvorwürfe. Der älteste Fall stamme aus den späten 1960er Jahren, der jüngste aus dem Jahr 1985, erklärte Kija-Leiterin Christine Winkler-Kirchberger der APA. Ein ehemaliger Zögling soll beispielsweise mit Duldung der Erzieher von anderen Jugendlichen tätowiert worden sein.
Bisher hat die Kija noch keine Anzeige erstattet. Sie führt derzeit erste Gespräche mit Betroffenen, versucht die gemeldeten Fälle zu verifizieren und lotet aus, welche Konsequenzen die Opfer sich wünschen. Bis Oktober hofft man, sich einen Überblick verschafft zu haben.
Oberösterreich: Familienähnliche Strukturen statt Großheime
In Oberösterreich gibt es drei Landesjugendheime – Linz-Wegscheid, Leonstein und Schloss Neuhaus. In diesen sind insgesamt 126 Kinder untergebracht (Stand Ende 2009). Dazu kommen noch 759 Kinder in 65 privaten sozialpädagogischen Einrichtungen, die über die Jugendwohlfahrt finanziert werden.
Generell gebe es keine klassischen “Großheime” mehr, sondern die Unterbringung erfolge durchwegs in kleinen familienähnlichen Strukturen, hieß es aus dem Büro des Sozialreferenten, Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl (S).
103 Beschwerden von 79 Betroffenen sind bei der vom Land Tirol eingerichteten Ombudsstelle für Missbrauchsfälle bisher eingegangen. Neben den 40, die kirchliche Institutionen betrafen, entfielen 25 Beschwerden auf Einrichtungen des Landes Tirol, 14 auf jene der Stadt Innsbruck, neun auf Schulen, zehn auf die Klinik und fünf auf sonstige Vereine. Zu den Details der Vorwürfe wollte die Jugendanwaltschaft aus Gründen des Opferschutzes keine Angaben machen. Der Großteil der Vorfälle bei privaten Heimen betraf physische Gewalt, aber es gab auch drei Fälle von sexuellen Übergriffen. Alle Beschwerden gingen auf die Jahre von 1955 bis 1992 zurück. Ein Teil der Einrichtungen existiert bereits nicht mehr.
In Tirol gibt es derzeit 23 stationäre Einrichtungen der Jugendwohlfahrt, die insgesamt 452 Plätze zur Verfügung stellen. Bei den stationären Plätzen handle es sich um Plätze in Wohngemeinschaften, im Betreuten Wohnen, in Kinderdorffamilien und auch in größeren sozialpädagogischen Einrichtungen, mit einer Gruppengröße von höchstens acht Kindern, gab die Leiterin der Jugendwohlfahrt Tirol, Silvia Rass-Schell, gegenüber der APA an.
Aktuelle Missbrauchsanzeigen liegen im Burgenland laut dem Kinder-und Jugendanwalt Christian Reumann keine vor, aber “es gibt immer wieder was”. Er bearbeite momentan drei Fälle, die bereits über 20 Jahre zurückliegen und in Schulen passiert seien. “Die Menschen sollen wissen, dass es auch Jahre oder Jahrzehnte danach noch wichtig ist, darüber zu reden”, sagte Reumann. Selbst wenn es damals “nur” ab und zu eine “Watsch’n” war oder “der Lehrer einen schikaniert hat”.
Genaue Zahlen zu den bisherigen Missbrauchsfällen könne er nicht nennen: “Jede Zahlennennung würde die Realität verzerren.” Grund dafür sei, dass sich viele nicht trauten, etwas zu sagen. “Im ländlichen Bereich ist die Hemmschwelle hier bestimmt viel größer, auch wenn sich mittlerweile schon mehr Betroffene trauen, sich an eine Beratungsstelle zu wenden.”
Im Burgenland leben rund 340 Kinder und Jugendliche in insgesamt 18 Fremdunterbringungseinrichtungen. Dabei handle es sich meist um sozialpädagogische Wohngemeinschaften, die ausschließlich von privater Hand, mit Unterstützung von großen Trägern wie SOS Kinderdorf oder auch Pro Juventute, geführt würden.
Bei der steirischen Kinder- und Jugendanwaltschaft wurde ein Fall von Kindesmissbrauch in einem Heim gemeldet. “Ja, es ist uns ein Fall bekannt”, so die Kinderanwältin Brigitte Pörsch. “Da es ein laufendes Verfahren ist, möchte ich dazu nichts sagen”, erklärte sie auf die Frage nach den Details.
In der Steiermark werden laut der zuständigen Landesabteilung an 248 Standorten rund 800 Kinder und Jugendliche in vom Land oder von privat betriebenen Einrichtungen betreut.
Körperliche und psychische Gewalt
Seit März dieses Jahres gibt es in Kärnten die Opferschutzhotline, bei der sich Betroffene melden können. “Von sexuellen Übergriffen seitens der Betreuer ist uns nichts bekannt. Wo wir allerdings fünf Betroffene verzeichnen, ist körperliche oder psychische Gewalt, wie Schläge, Nahrungsentzug oder Demütigungen gegenüber den Schützlingen”, so Christine Gaschler-Andreasch.
Sexuelle Übergriffe bei den Kindern untereinander kämen durchaus vor, aber Gaschler-Andreas verbindet dies mit pubertärem Verhalten, “wo man halt aufpassen muss, wo die Grenzen sind”.
Die Einrichtungen sind dazu verpflichtet, der Jugendwohlfahrt solche Übergriffe zu melden. Eltern und Sozialarbeiter würden darüber hinaus verständigt werden. “Wenn es den Anschein hat, dass die Aufsichtspflicht verletzt wurde, wird die Staatsanwaltschaft informiert”, sagte Gaschler-Andreasch.
Die Diakonie ist mit dem Kinderheim Herrnhilf bei Treffen ein großer Heimträger, sie betreibt auch zahlreiche Wohngemeinschaften für betreutes Wohnen. Dazu gibt es das Kinderheim St. Antonius in Treffen, das Schulheim Josefinum in Klagenfurt und das Landesjugendheim. Insgesamt sind laut Gaschler-Andreasch rund 600 Kinder in solchen Einrichtungen untergebracht, ein Teil davon lebt aber nicht in Heimen, sondern in betreuten Wohngemeinschaften.
In Wien sind rund 50 Missbrauchsfälle – sowohl sexuelle Übergriffe als auch sämtliche Formen von körperlicher Gewalt – aus Heimen bekannt, die zum Teil Jahrzehnte zurückliegen, die Betroffenen seien 55 bis 70 Jahre alt, sagte die Wiener Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits. Derzeit gebe es in Wien noch drei größere Kinderheime, seit dem Jahr 2000 finde eine Umstrukturierung statt - weg von großen Organisationen hin zu kleineren Wohngemeinschaften bzw. lebensnahen Einheiten, sagte Pinterits.
In Salzburg sind bisher drei Meldungen im Büro von Sozialreferentin Landesrätin Erika Scharer (S) über Kinder- und Jugendheimeinrichtungen eingegangen, in denen es in den 1950er bis 1970er Jahren zu Misshandlungen gekommen sein soll.
Eine Beschwerde davon betrifft ein Heim in Oberösterreich. Bereits seit den 1970er Jahren werden von der Jugendwohlfahrt des Landes keine Heime mehr betrieben. Die Unterbringung erfolgt seit damals in Kinder- und Jugendwohngemeinschaften, die von freien Trägern betrieben werden. Scharer hat auch eine wissenschaftliche historische Aufarbeitung des Themenkomplexes Heimerziehung nach 1945 an der Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dazu werden im Herbst 2011 vorliegen.
Weder der niederösterreichischen Jugendwohlfahrt noch der Kinder-und Jugendanwaltschaft sind aktuell Missbrauchsfälle in öffentlichen Heimen im Bundesland bekannt.
Zwei Verdachtsfälle habe es heuer zwar bereits gegeben, beide hätten sich aber als etwas anderes herausgestellt, sagte Gabriela Peterschofsky-Orange, Leiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft.
Vor einigen Wochen bekannte ein mittlerweile Erwachsener gegenüber dem ORF, im Landesjugendheim Allentsteig habe es Gewalt gegeben. Bei den Behörden oder Hilfs-Hotlines habe er sich bisher aber nicht gemeldet, hieß es. Insgesamt gibt es in Niederösterreich neun Landesjugendheime und über 50 private Wohngemeinschaften. Rund 1.100 Kinder und Jugendliche werden dort zur Zeit betreut. Bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch waren für Vorarlberg keine aktuellen Verfahren bekannt.
Quelle: www.nachrichten.com -online 31.07.2010
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Zitat:
All die Verbesserungen in den Erziehungsstrukturheimen bzw. man nennt sie jetzt Wohngemeinschaften können genauso sexuelle sowie körperliche Gewaltverbrechen vertuscht werden. (Man bangt um den iegenen Ruf des Heimes)
Private Heime kontrollieren sich selbt!
1 Mal im Jahr kommt eine Kontrolle von Land und Fürsorgeamt? Das liebe Verantwortliche ist viel zu wenig. Und man muss die Kinder fragen, sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen und das können nur unabhängige Menschen machen die unauffällig hier als Besucher von Kindern die keine Eltern mehr haben z.B.: sich einschleichen, wenn man das so haben will um mehr über die Heime von privater Hand zu erfahren!
Wie Jugendliche als Testkäufer eingesetzt werden bei Alkohol Verkauf! Natürlich geht das nicht so schnell bis ein Kind erzählt, was man mit ihm alles anstellt auch in den sogenanten offenen Heimen- Wohngemeinschaften!
Konsequenz von Beschwerden von Kindern muss sein, dass das Heim geschlossen wird der Leiter des Heimes zur Verantwortung gezogen wird so wie die Täter!
Sexverbrecher arbeiten gerne in solchen Instituten und Kindergärten(Vorbildhaft EU Abgeortneter Cohn Bendit als berühmtestes Beispiel dafür), sowie Schulen, da es ja viele Jahre dauert bis ein Kind redet und auch ihm geglaubt wird.
Dabei kann sich kein Kind solche grausamen Verbrechen aus den Fingern saugen. Außer es wird durch die Kindergärten- Schulen Theatervorführungen ” MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR” so verwirrt. dass es Realität mit lebhafter Phantasie vermengt und plötzlich ein unschuldiger Mann oder Frau zum Handkuss kommt, da Kinder solche Dinge nicht richtig einortnen können, wenn es damit noch nicht konfrontiert war.
Die Fürsorge als allerletzte Konsequenz erst eine Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft in Erwägung zieht. Da der Familienerhalt Vorrang hat bei den Ämtern, besonders wenn es um die gehobenere Gesellschaftsschicht geht!
Auch bei den Heimen alles lieber vertuscht wird, da sie sonst ja ohne Kinder dastehen wenn hier Fälle bekannt werden…
Nur wenn sie gar nicht mehr aus können, dann wird vielleicht es der Öffentlichkeit bekannt gegeben!
Man denke nur an den Kinderpsychiater Wurst in Kärnten der in Heimen reichlich Zugang zu seiner Beute Kinder hatte! Auch auf der Kinderpsychiatrie Klagenfurt. Wo höchstwahrscheinlich noch ein wieder verurteilter eingestellter Kollege von Wurst heute noch Dienst tut! Wer kontrolliert die Kinderpsychiatrie Klagenfurt auf solche Fälle? Niemand!
Die Kindopfer bleiben vertuscht und wagen es bestimmt nicht bis heute das Krankenhaus zu klagen!Denn
Und so sieht man wie unsere Gesellschaft von Sexverbrechern Kinderschändern unterwandert ist und niemand will dagegen etwas unternehmen! Weder Politik, noch Justiz, noch Kinderschutzvereine noch Fürsorgeverantwortliche!
Das ganze Sytem ” zum Wohle von Kindern” ist ein unbeschreiblicher Zynismus KINDERN GEGENÜBER, da das in den derzeitigen System nicht einmal ansatzweise vorhanden ist!
WIR LASSEN DEN SCHUTZ für KINDER gar nicht zu, dass ist die Realität!
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18 Kommentare zu “Auch O.Ö. hat Opfer von Heimen…”
Kommentare
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10. September 2010 um 22:20 Uhr
hallo, auch ich war in heimen (nö und oö) ich bin nicht sexuell misshandelt worden, sondern seelisch und psychisch. aber nicht nur in den heimen, ganz, ganz extrem erst so richtig danach!!!! vom jugendamt. ich wurde derart “gequält”, dass sich mein leben mit hilfe vom jugendamt krems sehr verschlechterte. damals war ich zu jung und zu naiv mich zu wehren. aber ich bin trotzdem stark geblieben.ich habe um meine kinder gekämpft und den sieg davongetragen. hätte ich unterstützung gehabt, wäre ein grosser skandal über die grausamen machenschaften des jugendamtes in krems aufgedeckt worden. es sind viele unmenschliche handlungen erfolgt, die heutzutage nicht mehr denkbar sind und in hohem ausmasse für extreme empörung und fassungslosigkeit sorgen würden. trotz aller erniedringungen und trotz aller versuche des jugendamtes, mich fertig zu machen, sind meine kinder bei mir gross geworden und sind menschen. menschen mit gesundem verstand, menschen mit herz und menschen, die sich an eine FAST sorglose vergangenheit erinnern können. doch die seelische grausamkeit von der zeit, in der ich eine helfende hand gebraucht hätte, hat narben hinterlassen, die nie wieder verschwinden….!!!!! das jugendamt leistet nicht immer gute dienste. und es wird viele geben, die nach jahren noch unter diversen machenschaften des jugendamtes leiden, so wie auch ich!!!
10. September 2010 um 22:29 Uhr
ich finde, das musste auch mal gesagt werden. mein leben lang mittlerweile bin ich 45, nagt diese zeit an mir und ich bin überzeugt, es geht mehreren menschen ähnlich. nur halten viele dieses nicht für einen notfall, obwohl einem solche schlimmen erlebnisse das ganze leben wie ein böser schatten verfolgen…..
21. März 2011 um 13:20 Uhr
ihr wisst ich weiss es ,dass ein normales leben fuer uns nicht sein kann, alle wissen dass wier nicht luegen alle wissen dass wier die wahrheit sagen und doch meinen alle wier sind keine opfer. was hilft es wenn man uns soooo viel verspricht? was hilft es wenn sie sich bei uns entschuldigen? wer hoert uns sicher an? keiner nur schnell weg mit diesen thema weg mit den unangenehmen kindern fort …ins archiv … schuldigkeit getan ? nix mehr hoern nix mehr sehn.. uebrigbleibm tun wier lei..mia. aerga als davor. weil jetzt begreifen wier des was uns damals angetan wahrn isch, damals wahrn ma z bled. heit heit tuats so richtig weah. des interessiert decht koan menschen, wirklich was dei mit uns tun hobm. reden… ja… des kunn jeder. begreifn na des kansch nit ,nit du nit i.. i wahr ja lai a bleide waise….
17. Juni 2011 um 16:01 Uhr
Auch ich bin in Heimen aufgewachsen, nicht weil ich keine Eltern mehr hatte, sondern damit ich vor ihnen geschützt werde, hieß es! Gleich im ersten Heim, Schloss Neuhaus, gab es dann Schläge und seelische Gewalt wie z.b. im Alter von neun Jahren vor versammelter Truppe den nackten Hintern versohlt zu bekommen mit einem dünnen Holzstab. Es war zu unserem Besten, sagte man uns. Desöfteren gabs Essensentzug, begleitet von Beschimpfungen. Auch frage ich mich heute noch nach dem Sinn, warum immer eine Tante uns beim Duschen zusehen musste. Nach endlos scheinenden drei Jahren kam ich endlich nach Micheldorf, wo es mir nach langer Zeit wieder gut ging. Wir wurden alle gut behandelt, gingen zur Schule, machten bei diversen Projekten mit. Dummerweise wurde nach etwa einem Jahr das Jugendamt in Niederösterreich für mich zuständig, meine Eltern waren nach Ennsdorf gezogen. Man brachte mich nach Allentsteig, einer “Kinderstrafanstalt”, anders kann ich es nicht beschreiben. Wir durften ganz selten raus (die Schule befand sich im selben Gebäude wie das Heim selber), wurden misshandelt (mit den Fäusten ins Gesicht usw.), gedemütigt und beschimpft, Arztbesuche wurden untersagt, Verletzungen durch die Erzieher vertuscht! Im Nachhinein auch klar, war doch der damalige Bürgermeister für unser Wohl zuständig.
Nachdem dann die Missstände in kirchlichen Heimen aufgedeckt wurden und das Elend der weltlichen Heime weiterhin ignoriert wurde, entschloss ich mich endlich etwas dagegen zu unternehmen. Ich schrieb einen Beitrag in einem Forum des ORF, daraufhin meldete ich mich auch bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft in OÖ, wo ich auf die KIJA in verwiesen wurde. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Frau Mag. Hansi bedanken, die mir Mut zusprach.
Heute bin ich ein seelisches Wrack, habe einen Selbstmordversuch hinter mir, weil mir erst jetzt so richtig bewusst wird, wie schlimm meine Kindheit war. Ich rate jedem, der im Heim aufgewachsen ist und dem es ähnlich ergangen ist, sich psychologische Hilfe zu holen, um damit besser fertig zu werden.
17. Juni 2011 um 16:03 Uhr
Die Wunden werden wohl nie richtig verheilen…
19. Juni 2011 um 19:32 Uhr
das sich aus den kinder heim allentsteig nimand gemeldet hat stimmt sicher nicht denn ich war auch ein opfer dieser horror einrichtung,und habe mich bereits gemeldet und es ist mir bekannt das andere sich auch gemeldet haben ,mfg. hiess karl ehemaliger zögling aus allentsteig.
20. Juni 2011 um 22:01 Uhr
@hiess karl
Ich habe nirgends geschrieben das sich keiner gemeldet hat, ich kenne selber 3 Personen die das mitgemacht haben.
Aber es soll ja nicht in die Medien kommen wurde mir gesagt, also (lieber zahlen und Todschweigen das ja kein Heim in Verruf kommt, besonders nicht, wen es sich so wie bei mir um einen Selbstmordversuch handelt).
Darf ich dich fragen welches Jahr du dort gewesen bist?
mfg
20. Juni 2011 um 22:35 Uhr
Mir wurde ein Brief geschickt, in dem sich das Land Niederösterreich bei mir entschuldigt hat für die körperliche Gewalt (ok, find ich toll nach all diesen Jahren), auch wurden mir 5000€ überwiesen, also so ne Art Schweigegeld.
Mir wurden Therapiestunden beim Psychologen meiner Wahl für zwei Jahre angeboten.
Aber was ist mit den seelischen Wunden, die uns zugefügt wurden? Glauben die wirklich zu wissen, wie es um uns steht, und dass man solche Wunden einfach so weg reden kann? Ich persönlich wurde geprägt für mein Leben, mir wurde ja auch nichts anders beigebracht, ausser dass man mit “der Stärkste kommt weiter, der Schwache geht unter” voran kommt.
Die Wunden auf meiner Seele sind weit schlimmer als die körperliche Gewalt, weil man sich an Schläge irgendwann gewöhnt.
Als große Frechheit empfinde ich, dass das alles nach 20 Jahren verjährt ist und niemand mehr zur Rechenschaft gezogen wird.
Somit wird jedem Perversen, der sich an Kindern vergeht, freie Bahn gemacht.
Eigentlich sollten wir uns zusammen tun um alles niederzuschreiben und den Medien zu übergeben, damit jeder erfährt, wie schlimm es uns ergangen ist.
Eine solche Seite würde in nichtmal einer Stunde online sein.
Mich kann jeder unter der Mail, fseeek@gmail.com erreichen.
21. Oktober 2011 um 16:30 Uhr
hallo leute, ich war in den mittleren 80er in dieser anstalt und sehr vieles was ihr von eurer zeit hier erzählt ist wie ein deja vu für mich ich freue mich das die zeit reif ist das über diese dinge nun öffentlich gesprochen wird aber es wird leider so sein das egal was rauskommt die leute die soetwas getan haben und ohne strafe durchkommen gemeldet hab ich mich noch nicht aber schaun wir mal
22. Oktober 2011 um 17:09 Uhr
Hallo!
auch ich war in Allentsteig und Kaisereberstorf,nur zu meiner Zeit (
Allentsteig-1949-1953, Kaisereberstorf 1955-1958)war alles noch viel
brutaler und menschenverachtender!! Ich bin von der Fürsorge nach
Allentsteig gebracht worden, da meine “Mutter” sich um mich überhaupt
nicht kümmerte (sie war bei einen großen Bauern Dienstmagd), meistens bekam
ich überhaupt nichts zu essen,musste mich großteils im Alter von 6-9
Jahren selbst versorgen (drockenes Brot in Öl geträngt und gesalzen war
für mich eine Delikatesse.Die Schule schwänzte ich großteils,um mir mit
Gelegenheitsarbeiten mein überleben zu ermöglichen ( den Bauern beim
Ackern das Pferd weisen,den Taglöhnern auf den entfernten Äckern die
Jause, oder das Mittagsessen bringen, usw.) Übrigens für eine, von der
Lehrerin verlangte Hausarbeit hatte ich nicht einmal Tinte zum Schreiben. Natürliches Ergebnis, ich wurde nach Allentsteig gebracht!!
Da ich meine Freiheit über alles liebte,war dieser Abschnitt meines Lebens ein Horrorerlebnis. Tagelang verweigerte ich das Essen,weinte nur und sprach mit niemand ein Wort. Man wollte mich durch Schläge am Kopf und Körper, auch mit den Füßen, gefügig machen, was auch nach einiger Zeit gelang! Meine Erzieherin war im Heim als besonders streng und jähzornig bekannt,ihre besondere Waffe war ihr großer Schlüsselbund, den sie als Wurfgeschoß und Waffe verwendete. Zweimal musste ich, während meines 4 jährigen Zwangsaufenthalts diese Attacke spüren. Das erste Mal im großen Speisesaal, als wir noch auf das Essen warten mussten,die Erzieherinnen in Gruppe sich unterhielten,wir aber Mäuschen still sich verhalten sollten, aber nicht taten.,da landete leider der Schlüssebund auf meinem Kopf, geworfen von einer Entfernung von ca 4 Metern, mir rann vom Kopf das Blut herab,man brachte mich in den Waschraum, entfernte das gestockte Blut,klebte mir ein größeres Pflaster drauf und das war es!! Die anderen Erzieherinnen verhielten sich so, als wenn nichts geschehen wäre und gingen zum normalen Tagesablauf über. Der zweite Schlüsselbundangriff fand bei einer Rast bei einem Spaziergang mit ähnlichen Folgen statt.
Obwohl diese Zeit schon Generationen zurückliegt ( ich bin im 73igsten Lebensjahr)aber jetzt erst scheinbar aufgearbeitet wird, will ich auch meinen Beitrag dazu einbringen. Ich könnte ein dickes Buch über meine Leiden und Erlebnisse schreiben, was ich in diesen beiden Heimen,menschenunwürdiges in Sieben Jahren Anstaltsverwahrung erlebt habe.
Eines ist sicher : MIR WURDEN DURCH DIESE ” ZWANGSBEGLÜCKUNG” SEITENS DES ÖSTERREICHISCHEN STAATES MEINE SCHÖNSTEN UND WERTVOLLSTEN JUGENDJAHRE UNWIEDERBRINGLICH GESTOHLEN!!!!!!!!!
24. Oktober 2011 um 14:17 Uhr
01.10.1979-10.04.1981 Pottenstein
06.10.1981-01.09.1985 Matzen
15.08.1987-01.07.1988 Allentsteig
Pottenstein
erzieherin stahl von mir und auch anderen die süssigkeiten für ihre eigenen kinder
Matzen
prügel von einer erzieherin dass das blut aus meiner nase spritzte, prügel in der öffentlichen schule wenn ich ungerecht behandelt wurde und den mund aufmachte, einmal wurde ich von meiner erzieherin bei den haaren in die gruppe gezerrt das sie richtige haarbüschel in der hand hatte wenn ich mit meinem benehmen nicht ihren vorstellungen entsprach musste ich das geschirr spülen und die anderen wurden dann aufgefordert das geschirr extra dreckig zu machen und rauf zu spucken (teller) als ich mich einmal weigerte bekam ich einen brusthammer das ich keine luft mehr bekam und in mich zusammen sackte, wenn mir der hintern versohlt wurde dann meistens in der gruppe vor allen anderen mit heruntergezogener hose auch vor den mädchen
duschen mit den älteren vor der erzieherin danach reinlichkeitskontrolle, bücken damit man sieht ob man sich den po gewaschen hat danach genitalkontrolle durch die erzieherin,rassistische beschimpfungen durch erzieher(in) da ich ein dunkler hauttyp bin zb: jud,zigeunerbrut,murl usw.,sexuelle übergriffe von anderen kindern an mir wurden mit der aussage abgetan, wirst scho selber schuld dran sein und das ist das recht des stärkeren,ich bin gezwungen worden zu stehlen für die älteren abgetan mit der selben aussage, einführung von gruppendögl durch eine erzieherin die half das der deckenüberzug auch so drüber war das man nicht sehen konnte wer einen niederprügelt ca.15 kinder und die erzieherin
einmal hatte ich eine schwere kehlkopfentzündung kurz vor weihnachten doch es wurde kein arzt verständigt sondern nur gesagt ich soll nicht so wehleidig sein und mich gefälligst zu hause anschaun lassen worauf ich weihnachten im krankenhaus verbrachte und fast meine stimme verlor
mir wurde auch ständig mit heimfahrsperre gedroht wenn ich jemanden was erzähle, einmal musste ich von matzen nach gänserndorf zu fuß gehen weil ich nicht mit dem zug fahren durfte (heimfahrsperre) mit der aussage wennst nach hause willst dann geh zu fuß, wenn ich die hausaufgabe nicht gscheit machte bekam ich mit einem holzlineal eine auf die finger aber nur auf die linke damit ich mit der rechten noch schreiben konnte, wenn ich mit der linken schrieb bekam ich watschn denn das ist ja nicht normal sagte man mir
Allentsteig
jede nacht drei mal wecken wenn ich mürrisch war dann 1-2 std. stehen im gang, auch nackt und dazu gabs einen eisenbahner dass ich selbst nicht mehr gehen konnte bin dann auf allen vieren ins bett zurückgekrochen
vor der erzieherin duschen danach genitalkontrolle durch die erzieherin (sie hat jeden persönlich in die hand genommen der nicht beschnitten war),grössenvergleich und wehe man hatte den kleineren oder noch keine behaarung dann wurde man ausgelacht und vor allen anderen gedemütigt wie zb: was willstn mit dem probierspatzerl da kannst ja nie kinder machen wenn er nicht grösser wird, manchmal kam es auch vor das uns die stärkeren zwangen ihren in die hand zu nehmen damit wir auch mal was gscheites in der hand halten worauf die erzieherin nur lachte, wenn sich was rührte als die erzieherin ihn in die hand nahm dann bekam man eine leichte drauf bei zurückgezogener vorhaut damit er sich wieder beruhigt und ich wurde wieder verspottet und gedemütigt von ihr vor allen anderen usw.
einmal wurde ich ins zimmer von der erzieherin geschickt wobei sie nur ein sclafleibchen anhatte wobei man alles sehen konnte und als ich so dastand und nicht wusste was ich tun sollte begann sie zu lachen und meinte na du weisst dir anscheinend nichts anzufangen mit einer frau geh runter und schick mir in …. rauf das machte mich zum gespött der größeren
ein erzieher hatte die vorliebe mir (und anderen) seinen schlüsselbund ins kreuz zu werfen und er traf zu 90%, eine lehrerin begann ihren unterricht in dem sie faustschläge gegen den kopf (kopfnüsse) verteilte wobei ich das glück hatte fast immer eines ihrer opfer zu sein, es gab auch so einen runden stock und wenn ich unter der stunde tratschte dann bekam eine drübergezogen (rücken,hände und hintern) wir wurden auch gezwungen schwere körperliche arbeiten zu machen, natürlich unter dem deckmantel das dies alles zur eriehung gehört, beschimpfungen jeder art gehörten zum alltag zb:was willst du eigentlich du bist ja nur der dreck den keiner haben will drum bist hier, du bist ja selber schuld ratten gehören nun mal eingesperrt, es kam auch vor das man mir und einem zweiten boxhandschuhe gab und wir gegeneinander boxen mussten und wehe dem der verlor, wenn wir rauften in der gruppe was bei mir ziemlich oft der fall war dann wurde ich von ihr mit einem geschirrtuch das sie vorher nass machte geschnalzt und fast immer traf sie meinen genitalbereich
einmal sind wir am abend abgehaun und selber wieder zurückgekommen enderfolg war eiskaltes duschen danach schnalzer mit einem nassen handtuch und das ganze nackt das diente zur abschreckung damit man sich nie mehr traut und es wirkte, manchmal spielten wir mit einigen erziehern fussball und weil ich ein faul machte wurde ich beim weitsprung platz hinter einen baum gezerrt und niedergeprügelt das ich nicht mehr weiterspielen konnte aber das brachte nichts mehr denn es war normal das ich geprügelt wurde und somit wiederholte sich das ganze unzählige male ein paar mal wurde es mir zu viel und schlug zurück was jedoch zur folge hatte das ich es schnell bereute denn es endete immer mit schmerzen für mich im genitalbereich, magen rippen und rücken
ich ertränkte meine errinerungen in alkohol und drogen doch sie blieben dann selbstmordversuche die alle scheiterten und dann kam ich ins gefängniss da ich heraussen einfach nicht zurecht kam und es war als würde ich nach hause kommen und ich fühlte mich nach langer zeit wie wenn ich da hingehöre da kannte ich mich aus denn es war im heim nix anderes
4. November 2011 um 10:35 Uhr
@map: Vielleicht kennen wir uns ja? Bin auch so um die Zeit in Allentsteig gewesen
5. November 2011 um 12:08 Uhr
wäre möglich schreib auf meine email adresse da können wir uns unterhalten ohne das es öffentlich wird
9. November 2011 um 11:43 Uhr
hallo,
eigentlich ist es egal wo oder bei wem man sich meldet denn egal wie gscheit oder was die personen studiert haben sie können nicht verstehen warum man was tut oder nicht wie man lebt wie man sein leben führt wie man tickt und die ansichten die man hat denn sie haben dies nicht durchlebt
nur wer diese erfahrungen gemacht hat versteht vielleicht was in einem vorgeht alles was du
als kind lernst und die erfahrungen die du sammelst bestimmen dein ganzes restliches leben
und das deiner familie die man dann doch irgendwann gründet und ich kann mir beim besten willen vorstellen dass man durch eine psychotherapie oder durch geld dies ganze vergessen oder erträglicher
wird man redet drüber und man fühlt sich eine gewisse zeit erleichtert aber es holt dich alles immer und immer wieder ein und wenn es noch so lange dauert
9. November 2011 um 11:45 Uhr
nicht vorstellen
10. Januar 2012 um 21:44 Uhr
hallo leute war von 1984 bis 1990 in allentsteig und kann das alles leider nur bestättigen und der wahnsinn ist das man ein paar namen leider immer im kopf hat und nie raus bekommt vielleicht meldet sich mal jemand bei mir würde mich freuen
12. Januar 2012 um 00:18 Uhr
@ Zwiebeljunge:
Wann warst Du in Micheldorf? Wohl nach Mitte der 1970er, als es viel, viel mehr Geld für die Heime gab und „Tante“ Gertrud Heimleiterin war. Denn davor war die Situation auch in Micheldorf brutal.
Lass Dir von jemandem erzählen, wie es war, als „Onkel“ H. als Erzieher im Heim täglich nach Gründen suchte, uns zu prügeln bis auch der Härteste blutend, rotzend und weinend am Boden lag, „Tante“ L. keppelnd und watschend ihre Launen an uns ausließ und „Tante“ A. nichts mehr liebte, als uns auf fast jede erdenkliche Art zu demütigen – vor allem sexuell. Die damalige Heimleiterin „Tante“ M.L. schwärmte davon, wie schön ihre Jugendzeit im BDM war, als Zucht und Ordnung herrschte und die Kinder nicht so verweichlicht und verwöhnt waren wie wir. „Tante“ M.H. fiel weder negativ noch positiv besonders auf – sie zeigte allerdings deutlich, wie zuwider ihr die Arbeit im Heim war. Aber damals war für Frauen in dieser Krisenregion kaum gut bezahlte Arbeit zu bekommen (das Essen, das sie auch für ihre Familie und Tiere nach Hause trugen, mitgerechnet). Eine junge, engagierte Erzieherin in dieser frühen Kinderheim-Zeit, „Tante“ Anneliese, warf bald das Handtuch. Auch weil sie nicht mit ansehen konnte, dass die Heimleiterin jedem Buben einen Hasen schenkte, die Buben diese in deren kleinen Einzelkäfigen hingebungsvoll fütterten (das Futter brockten sie selbst in Wald und Wiese), bürsteten und streichelten – und dann nicht verhindern konnten, dass die Hasen von Herrn Z. geschlachtet und uns als Ragout serviert wurden. Da half auch das Blutigprügeln durch „Onkel“ H. nichts. Die Buben weigerten sich, ihre Hasen zu essen. Und im nächsten Jahr mit neuen Hasen dasselbe wieder. Schließlich wurden die Hasenkäfige abgeschafft. Lieber keinen Hasen streicheln als sie nachher essen zu müssen.
Obwohl auch die Mädchen gezwungen wurden, ihr kleines Taschengeld sofort wieder für die Zwangsmitgliedschaft bei den OÖ Kinderfreunden abzugeben, wurde es nur für die großen Buben ausgegeben. Mädchen durften nichts unternehmen außer auf der Heimwiese Verstecken, Ball oder Federball spielen und gemeinsam mit Erziehern und Kleinkindern in Zweierreihen im Wald spazieren gehen. Von allen Unternehmungen der Buben – seltene kleine Radausflüge und Kinobesuche – wurden sie ausgeschlossen.
„Onkel“ W. begann im Herbst 1971 im Heim, „Tante“ G., die später Heimleiterin wurde, 1970. Die beiden sind die einzigen länger dort arbeitenden „Erzieher“, die ich in guter Erinnerung habe. Weil die beiden nie zuschlugen und weil sie sich mit Demütigungen zurückhielten.
Zwei Praktikantinnen wurden von der Heimleiterin vor uns Kindern fertiggemacht, weil sie uns wie normale Menschen behandelten und einen Tanzabend veranstaltet hatten. Niemand hatte sich daneben benommen. Die Tanzabende wurden zwar nach dem Abgang der beiden (nach nur zwei Monaten) wiederholt, doch unter sehr strenger Beobachtung und höhnischen Bemerkungen. Nicht nur beim Tanzen wurden uns sexuelle „Perversionen“ unterstellt. Die Menstruation der Mädchen (sie bekamen damals dicken, scheuernden, durchlässigen Zellstoff als Monatsschutz, den sie im Küchen-Holzofen zu entsorgen hatten), die Ejakulationen der Buben – auch für alles Mögliche andere wurden wir als „pervers“ bezeichnet, was auch nur im Entferntesten mit Sexualität im weitesten Sinne in Verbindung gebracht werden konnte. Und dementsprechend wurden wir von den „Tanten“ beschimpft, gedemütigt und sekkiert. Vor allem „Tante“ A. wendete sehr, sehr viel Zeit und Energie dafür auf, unsere angeblichen sexuellen „Perversionen“ aufzudecken und auszubreiten.
Immer wieder wurde erwähnt, welche minderwertige Brut minderwertiger Eltern wir waren und dass wir ohnehin alle im Häfen oder auf dem Strich landen würden. Oder zumindest als Hilfsarbeiter verkommen bzw mit 16 schon den Kinderwagen schieben würden.
Fairerweise muss ich zugeben: Was ich noch schlimmer in Erinnerung habe als das Kinderheim Micheldorf, sind meine Eltern, vor denen ich im Heim hätte geschützt werden sollen. Doch fast täglich vorgeworfen zu bekommen, wie dreckig, abnormal, geisteskrank, … etc… meine Eltern seien und dass ich als deren Zigeunerbrut nicht anders werden würde – und die Angst, wirklich, wie vorausgesagt, auf dem Strich zu landen, war noch größer als die Angst vor meinen Eltern.
Lass Dir von der Zeit erzählen, als „Onkel“ Horst, der an Gewalttätigkeit meinem Vater in nichts nachstand, noch Erzieher in Micheldorf war. Er und „Tante“ A., kongenial unterstützt von „Tante“ L. und der damaligen Heimleiterin, „Tante“ M.L.
12. Januar 2012 um 01:41 Uhr
Ich muss mich korrigieren:
Die junge engagierte Erzieherin, die das Handtuch warf, hieß nicht Anneliese. Leider weiß ich den Namen dieser jungen Frau nicht mehr. Ich glaube, er war Lieselotte.
Es gab auch eine Anneliese, aber die war nach meiner Zeit dort, als der Umgang mit Heimkindern schon anders war. Wie diese als Erzieherin war, weiß ich nicht.
Später wurden die großen Schlafsäle in kleine umgebaut, eine Zentralheizung und zusätzliche sanitäre Anlagen eingebaut, die Anzahl der Kinder halbiert und die der Erzieherinnen verdoppelt.
Von Personen, die das Kinderheim von innen kannten, wurde mir erzählt, dass die späteren Kinder viel schwieriger waren als wir. Respektloser, frecher (wir hätten uns nicht zurückreden getraut – außer im Fall der Hasen) und schlimmer.
Diese Kinder hatten nicht so große Angst vor den Erwachsenen, wie wir hatten.
Geraucht haben wir allerdings auch heimlich, schließlich rauchten die meisten „Tanten“. „Tante“ A. auch in unseren Schlafsälen, wenn sie uns wieder die neuesten „Abnormalitäten“ von dem oder der erzählte – jedes Mal weiter ausgeschmückt und stärker übertrieben.
So sehr die meisten Erzieherinnen mit und über uns schimpften – später jammerten sie bei Besuchern darüber, um wie viel schwieriger ihre Arbeit geworden sei als zu meiner Zeit.
Was mir aber auch nicht wirklich hilft.