23. August 2010

Vertuschte Fakten im Fall Priklopil…

Die geheimen Kampusch-Protokolle

Soko Chef hat sich umgebracht,weil... ???

Soko Chef hat sich umgebracht,weil... ???

Soko-Chef Franz Kroll gemobbt?

Entführungsopfer Natascha Kampusch im Fall Priklopil...

Entführungsopfer Natascha Kampusch im Fall Priklopil...

© dpa

Vier Jahre - so lange blieben die ersten Einvernahme-Protokolle mit Natascha ein streng gehütetes Geheimnis. ÖSTERREICH lüftet es heute.

Die Dokumente werden gehütet wie ein Gral. Sie liegen bei einem Richter in Wien. Im Tresor, versperrt hinter Schloss und Riegel. Der Inhalt ist so brisant, dass bisher fast niemand Einblick bekam.

Nicht der extra eingerichtete parlamentarische Untersuchungsausschuss, nicht die Adamovich-Evaluierungskommission, nicht einmal die SOKO Kampusch.

„Die wenigen, die die Dokumente kennen, wissen, warum”, sagt der Grüne Peter Pilz.

Er ist einer davon.

In ÖSTERREICH und auf seiner Homepage (www.peterpilz.at) veröffentlicht Pilz ab heute die bisher streng geheimen Papiere, die politischen Sprengstoff bieten.

Zum allerersten Mal können Sie heute in ÖSTERREICH lesen, was Natascha Kampusch bei der ersten Befragung durch die SOKO am 24. August 2006 wirklich gesagt hat (siehe rechts). bitte hier unten weiterlesen…

Kampusch berichtet vom „unguten Bauchgefühl“, als sie Priklopil zum ersten Mal sah. Sie erzählt, wie er sie entführte und mit einem Kastenwagen in einen Wald bei Strasshof brachte. Und dann sagte Kampusch einen Satz, der die Einzeltätertheorie gehörig ins Wanken bringt: „Plötzlich sagte er zu mir, dass er mich woanders hinbringe, da die anderen nicht gekommen sind.”

Mittäter
Wer sind diese Mittäter oder Mitwisser? Die Polizisten fragten nicht nach. Kampusch weiter: „Irgendwie kann ich mich dunkel erinnern, dass damals von einer dritten Person die Rede war.” Der nächste Hinweis. Doch die drei Polizisten ignorieren ihn einfach.

Vielmehr wollen sie von Kampusch in der sechsstündigen Befragung Details zu intimen Kontakten mit Priklopil wissen. So lange, bis die Befragung durch den Psychologen Ernst Berger abgebrochen werden muss. ÖSTERREICH druckt diese Passagen bewusst nicht ab. Denn viel brisanter ist: Warum wollte die Polizei nichts von Mittätern wissen?

Vertuschung
Pilz: „Einiges deutete auf einen zweiten Täter hin. Aber das passte nicht ins Bild der erfolgreich abgeschlossenen Ermittlungen.”

Hintergrund: Im Herbst 2006 standen Nationalratswahlen an. Die ÖVP und ihre damalige Innenministerin Liese Prokop wollten den Fahndungserfolg feiern. Die Schlüsselfiguren laut Pilz: Der VP-nahe stellvertretende Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Franz Lang und Bernhard Treibenreif. Sie sollen Generalmajor Karl Mahrer die Weisung gegeben haben, nicht weiter zu ermitteln. Zwei Fakten im Fall Kampusch wurden so laut Pilz systematisch vertuscht:

  • Dass es bereits kurz nach der Entführung 1998 zwei Hinweise auf den Täter Wolfgang Priklopil gab.
  • Dass mehrere Hinweise auf Mittäter einfach ignoriert und unter den Teppich gekehrt wurde.

Für den Grünen Pilz ein „politischer Skandal“.

Quelle: www.oe24.at -online 23.08.2010

————————————————————–

Was Kampusch der Polizei erzählte

N.K. das Opfer Priklopils und seinen Mittätern...

N.K. das Opfer Priklopils und seinen Mittätern...

© ARD

Am 24.August 2006, einen Tag nach ihrer Flucht, wurde Kampusch von drei Beamten der SOKO sechs Stunden lang befragt. Das Protokoll.

Am Morgen des 2. März 1998 wollte mich meine Mutter zur Schule bringen, aber ich wollte selbst gehen. Gegen 07.00 Uhr ging ich bei der Stiege in den Innenhof des Rennbahnweges in Richtung Einkaufszentrum. [...] Ungefähr 7 Meter nach der Kreuzung fiel mir ein Mann auf, der dort bei einem weißen Kleinbus gestanden ist. [...]. Die einzige Besonderheit, die mir bei dem Auto auffiel, waren die alten schwarzen Kennzeichentafeln. Wie ich dann später erfahren habe, waren dies Tafeln gefälscht (aus 2 alten eine neue Nummer hergestellt). Dieser Mann [...] stand bei einem weißen Kleinbus und tat so, als ob er im Auto etwas suche. Ich hatte beim Näherkommen zu diesem Mann ein ungutes ?Bauchgefühl? und wollte die Straßenseite wechseln. [...] Als ich auf gleicher Höhe mit dem Mann war, packte er mich plötzlich und zerrte mich in den leeren Laderaum des Fahrzeuges. [...]

„Lösegeld”

Ich fragte ihn, was das soll, er antwortete, dass ich ruhig sein solle, dann passiert mir nichts. Während der Fahrt habe ich gefragt, ob er ein ? Kinderverzahrer ? ist oder und mich vergewaltigen will oder mich ermorden und irgendwo einbuddeln will, oder alles zusammen. Er antwortete sinngemäß, dass wenn meine Eltern zahlen, könne ich noch heute oder morgen nach Hause. Während der Fahrt kam mir vor, dass er stundenlang im Kreis fuhr [...].

1. Hinweis auf Mittäter

Während der Fahrt sagte er, dass er auf einen Anruf auf sein Autotelefon wartete. Dieser Anruf kam jedoch nicht. [...]Soweit ich mich jetzt noch erinnern kann, fuhr er irgendwo vor Strasshof in einen Wald hinein. Er hat mir bereits während der Fahrt gesagt, dass er mich bald an andere übergeben werde. Die würden mich dann freilassen, wenn meine Eltern Lösegeld bezahlen.

2. Hinweis auf Mittäter

Im Wald hielt er das Fahrzeug an, stellte den Motor ab, öffnete die Schiebetür und hob mich aus dem Auto. [...] Er lief dann nervös und fahrig im Kreis herum, wobei er intensiv nachzudenken schien. Plötzlich sagte er zu mir, dass er mich woanders hinbringe, da die anderen nicht gekommen sind. [...] Er fuhr mit mir vom Wald weg und meine nächste Erinnerung ist, dass das Fahrzeug vor einem Haus angehalten wurde. [...] Er hob mich mit der Decke aus dem Fahrzeug heraus und trug mich ins Haus. [...] Anschließend führte er mich durch die Küche bis zu einer Brandschutztür. [...] Anschließend gab er mir die Decke über den Kopf und zog mich durch eine schmale Öffnung in einen anderen Raum. Er schob mich dann durch eine Türe in einen weiteren Raum, in dem es total finster war. [...] Nachdem er die Tür geschlossen hatte, verlor ich durch die Dunkelheit völlig das Zeitgefühl. [...] Er sagte zu mir, dass er nach Wien fahre, um für mich eine Matratze zu organisieren. Er fragte mich, ob ich etwas zum Essen haben möchte [...]. Nachdem er wieder zurückgekommen war, brachte er die gewünschten Sachen [...]. Damit mir nicht kalt wird, stellte er einen alten Ölradiator in den Raum.

3. Hinweis auf Mittäter

Irgendwie kann ich mich dunkel erinnern, dass damals von einer dritten Person (außer ihm und mir) die Rede war, der erst meine Schultasche durchsehen müsse, ob ich ein Handy oder Ähnliches – wie z.B. Verteidigungsmittel – dabei hätte”.

Peter Pilz analysiert: „An dieser Aussage sind mehrere Hinweise bemerkenswert, aber die Beamten fragten kaum nach:

  • Die Nummerntafeln waren gefälscht. Eine spontane Entführung ist damit auszuschließen.
  • Der Entführer fuhr mit seinem Opfer „stundenlang” durch dicht besiedeltes Gebiet im Zentrum des 22. Bezirks. Er ging damit das Risiko ein, beobachtet und gefasst zu werden.
  • Der Entführer scheint seinen Plan zu ändern und begründet das vor dem Opfer: „Plötzlich sagte er zu mir, dass er mich woanders hinbringe, da die anderen nicht gekommen sind.”
  • Der Entführer hatte für sein Opfer weder Toilettesachen noch Matratze und Polster vorbereitet.
  • Das Verlies war Anfang März nicht geheizt, ein alter Ölradiator wurde provisorisch aufgestellt.
  • Damit deutet alles darauf hin, dass entweder die Entführung nicht geplant oder der Ort nicht vorgesehen war.
  • Am wichtigsten scheint aber, dass Kampusch in ihrer ersten Einvernahme mehrere Male auf weitere Täter hinwies.”

Quelle: www.oe24.at -online 23.08.2010

———————————————————————————————–
Zitat:
Das hier viele offene Fragen übriggelassen wurden habe ich schon seit 2006 vermutet! Ich werde wiedereinmal bestätigt und hier sind die offenen Fragen die man nur aus den Zeitungsberichten heraus sammeln konnte….

Die Zeit wird es hervorbringen…
————————————————————————————-
Die Berichte von der Tageszeitung Österreich dazu hier:

Akte Kampusch
——————————————————————————————


Kommentare




© 2005-2009 gegensexuellegewalt.at - Impressum