25. August 2010
Klasnic im Interview….
Klasnic: “Missbrauchsopfer sind oft Vaterlose”
24.08.2010 | 18:51 |Â DIETMAR NEUWIRTHÂ (Die Presse)

Die Opferanwältin Waltraud Klassnic im Interview...
Im Interview. Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic hat mittlerweile bereits 380 Fälle zu bearbeiten. Es gibt Missbrauchsfälle nicht nur in der Kirche. Der Glaube ist das eine, die Menschen sind das andere.
Waltraud Klasnic: Noch nie.
Tatsächlich noch nie?
Klasnic: Ich habe überlegt, was ich ändern kann, weil es eine Aufgabe ist, die dem Herzen guttut und die Seele belastet. In der Psychologen-Ausbildung lernt man das. Diese Ausbildung habe ich nie gehabt.
Was haben Sie konkret geändert?
Klasnic: Man muss damit fertigwerden, dass man helfen möchte, im Grunde genommen aber nur da sein kann. Ich habe nahezu 100 persönliche Gespräche geführt. Das ist zeitmäßig nicht mehr zu schaffen. Daher kann das Erstgespräch auch von anderen Kommissionsmitgliedern übernommen werden.
Haben Sie manchmal das Gefühl der Überforderung?
Klasnic: Nein. Wenn es etwas gibt, dann, dass man in der Nacht wach wird und über ein Gespräch nachdenkt. Ich hab auch viel gelernt: Dass man im Urteil oft zu hart ist, wenn jemand sagt, er ist nicht arbeitsfähig oder kann sich nicht einordnen. Dafür habe ich nicht immer genug Verständnis gehabt. Ich sage mit aller Vorsicht dazu: Es sind in einem großen Ausmaß Meldungen von Menschen, die in ihrer Kindheit schwierige Ausgangspositionen hatten. Zum großen Teil handelt es sich bei den Opfern um Vaterlose. Das Kind braucht beides, eine weibliche und eine männliche Bezugsperson. Ich bitte, dass man als Gesellschaft darauf Rücksicht nimmt, dass Kinder auch Väter brauchen.
Sehen Sie Ihre Funktion als befristet an?
Klasnic: Nein. Meine Funktion ist ehrenamtlich. Ich habe keinen Vertrag, keinen Vertragsbeginn, kein Vertragsende, bekomme keinen Cent. Ich möchte einmal sagen können: Es ist ein trauriges Kapitel, aber es ist nach bester Möglichkeit abgeschlossen und es beginnt nicht in fünf oder zehn Jahren dasselbe wieder von vorne. Derzeit bearbeiten wir um die 380 Fälle. Das, was kommt, ist alles länger als 20 Jahre her.
Haben Sie je damit gerechnet, dass es so viele Fälle sein werden?
Klasnic: Bis 1974 war Gewalt in der Erziehung erlaubt. Es kommen ja nicht nur Opfer sexuellen Missbrauchs, sondern auch körperlicher Gewalt. Da wird noch einiges dazukommen. Jene, die sich an Plattformen gewendet haben, müssen wissen: Wenn sie Therapie und Entschädigung erhalten wollen, dann geht das nur über die Kommission, außer sie bekommen vor Gericht recht.
Welchen Einfluss hat Ihre Arbeit auf Ihr Kirchenbild oder Ihren Glauben?
Klasnic: Es gibt Missbrauchsfälle nicht nur in der Kirche. Der Glaube ist das eine, die Menschen sind das andere. Man darf sich durch Ereignisse, so verurteilenswert sie sind, nicht das Bild des Ganzen, vor allem nicht den Glauben zerstören lassen.
Sie haben kein Verständnis für die, die austreten?
Klasnic: Das stimmt nicht. Aber Missbrauchsfälle alleine sind nicht der Grund. Schwierige, bösartige und unangenehme Situationen gibt es in allen Bereichen.
Muss man nicht andere Maßstäbe an die katholische Kirche anlegen?
Klasnic: Die Kirche hat einen höheren Moralanspruch. Aber dort agieren Menschen mit Stärken und Schwächen. Und auch mit besonders ausgeprägten Schwächen, die wehtun.
Gab es neben individueller Schuld mit einer Kultur des Vertuschens nicht auch strukturelles Versagen?
Klasnic: Es wurde in der Tragweite nicht erkannt und man wollte es nicht wahrhaben, dass es so etwas gibt.
Rechnen Sie damit, dass es Missbrauchsfälle in dieser Massivität noch heute gibt?
Klasnic: In der Kirche sicher nicht. Aber wir wissen nicht, was in Familien und den anderen Organisationen auch heute passiert.
Müsste in einer idealen Welt nicht der Bund eine Opferschutzkommission einrichten?
Klasnic: Die Kirche ist den Weg gegangen. Jeder ist herzlich eingeladen, Ahnliches zu tun.
(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 25.08.2010)
Quelle: http://diepresse.com -online 25.08.2010
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Zitat:
„Bis 1974 war Gewalt in der Erziehung erlaubt” soll das nun  eine Entschuldigung für Prügelstrafen sein?
Für Einzelhaft und Isolierungszellen für die Opfer? Soll das nun das Schmerzensgeld  oder die Entschädigungszahlungen beeinflussen?
Es geschah und es waren nicht alle Erzieher/innen pervers und sadistisch in den Heimen. Das darf aber nicht die sexuelle – körperliche Gewalt in der Beurteilung schwächen, oder doch?
Seelische Gewalt und Dauer- Angstzustände, als Kleinkind, Kind und Jugendliche in den Heimen tragen zu irreparablen Folgeschäden bei.
Wie beurteilt die Klassnic – Kommission dann die Geschehen ein? Jeden einzelnen Fall für sich? Wer sagt, wer mehr seelischen Schaden davon trug?
Ein Beispiel ist die jetzt so moderne Haftentschädigung für unschuldig Verurteilte  „Sextäter” hier bekam ein Mann:
der 21 Monate einsaß 120.000 Euro zugesprochen!
Das sind im Monat 5.714,28 Euro
und im Tag 190,50 Euro, die dem Insassen zugestanden wurden und ausbezahlt.
Was sind dann der Kommission solche in Haftanstalten  ähnliche Einrichtungen wo Kinder aus desolaten Familien  oder behinderte Kinder untergebracht waren, wert?
5000.-Euro?
Das Beispiel von der Haftentschädigung hergenommen
21 Monat – 5000.-Euro
238.-Euro im Monat
und 7,90 Euro im Tag!
Warum dieser krasse Unterschied?
Ein Entführungsopfer bekommt Minimum  300.000.-Euro weil die Polizei die Fahnder geschlampt haben?
In den Heimen hat die Aufsichtspflicht kläglich versagt! Die Kontrollen von außen entweder unterbunden worden, oder gar nicht erlaubt gewesen sind! Daher hat die Kirche selbst die moralische und juristische Verantwortung zu tragen gegenüber sexueller und seelischer sowie körperlicher Folteropfer in kirchlichen Einrichtungen!
Und ich find es schäbig den Opfern gegenüber, sie  mit 5000.-Euro abspeisen zu wollen!
In Irland bekamen alle Opfer 68.000.-bis 72672,83 Euro an Entschädigungen bezahlt den Kirchenopfern.
In den USA wurden ebenfalls Millionenzahlungen an die Kirchenopfer bezahlt!
Und die weltlichen Heim- Verantwortlichen: von Fürsorgeämter,  die dem Staate Österreich Handlanger sind genauso zu behandeln wie es sich moralisch &  respektvoll  die Opfer verdienen!
Tirols Steuerungsgruppe hat sich für Schmerzensgeld von 15.000.-Euro bis 25.000.-Euro ausgesprochen das sind zum Vergleich der Kirche gegenüber bessere Ansätze von moralischer Verantwortung!
So bekommen die Opfer von sexueller – oder körperlicher Gewalt zwar nur 8% davon was ein unschuldig verurteilter Häftling bekommt!
Nehmen wir das Beispiel der Haftentschädigung her:
von 21 Monaten Heimaufenthalt, 120.000.-Euro
Im Monat sind das 5,714.28 Euro
Im Tag 190,50Euro
Hier bekommt  z.B.: ein sadistisch gequältes, Kindopfer zur gleichen Haftzeit in Erziehungsgefängnissen Minimum:
Für 21 Monate: 15.000.-Euro
Im Monat: 312,50 Euro
Im Tag 23,90 Euro
Der betroffene Mensch hat genauso den öffentlichen Ruf eines Taugenichts  getragen, des „schwer erziehbaren Kindes”, obwohl es vielleicht nur dahin von der Fürsorge gesteckt wurde, da es bei Pflegeltern die Hölle durchlebt hat: sexuelle Gewalt  durch den Pflegevater sowie körperliche Züchtigungen durch die Pflegemutter  und für die „normalen Internaten nicht mehr tragbar war. In keine andere Pflegefamilie mehr passte da zu verdorben!!!
Also unschuldig in diese Massen 100 Kinder z.B.: in Baumgartenberg – Kloster zum Guten Hirten 5 Gruppen von á 20 Mädchen von 12 jährigen bis 21 Jährigen gekommen war! Aber keine Möglichkeit hatte sich dagegen zu wehren, da der Staat der Vormund war und zum Wohle des Kindes zuständig gewesen wäre.
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Und Frau Klassnic, dass jetzt in der kath. Kirche, keine Triebtäter mehr tätig sind kann ich nicht bestätigen, denn ich hörte  und las von keiner Entlassung von Sexverbrechern  der Kath. Kirche.
Und solange diese Sexverbrecher in Amt und Würden bleiben, würde ich mir nicht zu sagen wagen wie Sie es hier tun:
Klasnic: In der Kirche sicher nicht. Aber wir wissen nicht, was in Familien und den anderen Organisationen auch heute passiert.
Was macht Sie so sicher, dass wir nicht in 10 Jahren wieder von solchen Skandalen in Internaten und Heimen der kath. Kirche hören werden? Von Priestern die in einer Gemeinde, ihre Ministranten vergewaltigt haben? Was?
Sie können das nicht sagen, wenn Sie ein moralisch verantwortlicher Mensch bleiben wollen, da die Sexverbrecher in den Kirchenhirachien weiter geschützt werden durch vertuschen und Schweigen darüber! Die kath. Kirche ist schlecht beraten, da sie die Täter schützt!
Jetzt können Sie sagen, der Staat tut das auch, so muss ich Ihnen recht geben, der schützt auch die Sexverbrecher sogar mit seinen Gesetzen von denen auch die Kirchen Sexverbrecher ihre Vorteile haben, sie werden nicht verurteilt sondern nur bedingt verwarnt!
DIE KINDER tragen zu 100% die Verantwortung wenn sie Kinderschändern in die Hände fallen, weil wir KEINEN SCHUTZ für die KINDER haben!
Der SEXVERBRECHER SCHUTZ ist in unserer Gesellschaft vorrangig, hoch aktuell! Sie danken es uns allen mit weiteren sexuellen Verbrechen an weiteren KINDERN, das auch Ihr Kind treffen kann!
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