9. September 2010

Filed under: Berichte & Artikel,Diskussion & Information — here @ 10:11

Säuglinge, Kinder u.Jugendliche…

Säuglings- und Kinderpornografie oder die Spitze des Eisberges

Pressemitteilung vom 08.09.2010  16:08:33 [ID 548890 / Politik]

“Oftmals kommen Pädofile und Hintermänner bei Gericht davon

"Sextäter darf man nicht veröffentlichen, man könnte ja ein Kind vor ihm schützen!"

"Sextäter darf man nicht veröffentlichen, man könnte ja ein Kind vor ihm schützen!"

(News4Press.com)

So bitter und hoffnungslos es klingen mag, auch der neueste Prozess gegen die mutmaßlichen Drahtzieher eines Kinderporno-Rings, werden nicht mit deutlich abschreckenden Urteile vor Gericht rechnen müssen.

Clevere Anwälte werden keine Gelegenheit auslassen, Gesetzeslücken aufzudecken und auszunutzen. Die Staatsanwalt wird ein weiteres Mal erkennen müssen, dass die Beweise oftmals den Richtern nicht ausreichen.

Ersttäter können mit Geld- und Bewährungsstrafen rechnen.

Auch die neueste Initiative von Bundesinnenminister Thomas de Mazière wird daran nichts ändern, da die liberale Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger jede Strafverschärfung ablehnt.

In Hessen stehen sechs mutmaßliche Drahtzieher eines Kinderporno-Rings vor Gericht. Sie sollen im Internet mit perfiden Methoden 100.000 Dateien ausgetauscht haben.

Die Opfer: Säuglinge und Kinder.

Auf grund der Vielzahl von Ermittlungsverfahren weltweit ist dieses nur die kleine Spitze eines Eisberges. Mafiöse Strukturen und der “einfache Familien- und Stiefvater” haben längst erkannt, dass man mit der Produktion

und dem Vertrieb von Säuglings- und Kinderpornografie viel Geld verdienen kann.

Das sind die Tatsachen und jedes Bild ein sexuelles Verbrechen an dem Kind das man dort sieht...

Das sind die Tatsachen und jedes Bild ein sexuelles Verbrechen an dem Kind das man dort sieht...

Zahllose Internet-Provider bieten “ausreichend” Speicherplatz an, damit Produzenten und Konsumenten ihren erbärmlichen Geschäften nachgehen können. Worte alleine reichen nicht aus um das Ausmaß der körperlichen und seelischen Schändungen von Säuglingen und Kindern zu beschreiben.

Jährlich werden in Deutschland und anderswo in Europa mehrere tausend Kinder vermisst. Kinder werden eingesammelt, entführt und missbraucht und an private Abnehmer vermittelt.

Über 100.000 Porno-Dateien, mehr als 160 Seiten Anklage – in einem der bundesweit größten Prozesse um Kinderpornographie stehen neun Männer in Darmstadt vor Gericht. Sie sollen zwischen 2006 und 2009 streng geheime Treffpunkte im Internet organisiert haben, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Franosch zu Beginn des Mammutprozesses vor dem Landgericht.

In diesen “chats” und “boards” genannten Netzwerken sollen massenweise Bilder und Videos ausgetauscht worden sein, die auch Vergewaltigungen sowie Fesselungs- und Folterszenen zeigen. Die Opfer: Säuglinge, Kinder und Jugendliche. “Das waren keine harmlosen Nacktbildchen”, sagte Franosch. Einige der Aufnahmen seien in Deutschland entstanden, sagte der Jurist.

Bis Mitte Dezember sind fast zwei Dutzend Verhandlungstage geplant. Etwa 500 Nutzer sollen beteiligt gewesen sein, etwa 140 von ihnen wurden ermittelt. Gegen sie liefen gesonderte Verfahren, hieß es. Aus bisherigen Verfahren ist bekannt, dass Ersttäter” von milden Richtern mit milden Geldstrafen abgeurteilt werden auf Bewährung.

Die Angeklagten im Alter zwischen 30 und 58 Jahren kommen aus mehreren Bundesländern. Sechs von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Mehrere Stunden lang wurde zum Prozessauftakt die Anklage verlesen.

Ein Hauptangeklagter muss sich zudem wegen des mehr als 20-fachen mitunter schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Eine junge Frau, eines seiner früheren Opfer, saß mit im Gerichtssaal und tritt gegen ihren Peiniger als Nebenklägerin auf. Der Mann will nach Angaben seines Verteidigers ein Geständnis ablegen. Er hofft, als reuiger Sünder auf milde Bestrafung.

Im Internet habe sich die Bande vollkommen von der Polizei abgeschottet, erklärte Oberstaatsanwalt Franosch.

Die Treffpunkte konnten selbst mit Suchmaschinen wie Google nicht gefunden werden.”

Für die streng hierarchisch aufgebauten Treffs seien Bezeichnungen wie “Zauberwald” und “Sonneninsel” gewählt worden. Teilnehmer hätten sich mit Spitznamen wie “Waldmeister” und “Lumpi” getarnt.

Wer dazugehören wollte, habe erst einmal eine Art Aufnahmeprüfung bestehen müssen – “eine Keuschheitsprobe ablegen“, nannte dies ein Ermittler.

Je mehr pornographisches Material herbeigeschafft wurde, umso höher sei ein Nutzer in der Hierarchie geklettert.

Um Geld sei es allerdings nicht gegangen.

Was wusste Jörg Tauss? Nach seinen eigenen Angaben sollten seine Kinderpornodateien als “Einlass” und Aufnahmeprüfung gedacht sein.

Jörg Tauss (* 5. Juli 1953 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker und war von 1994 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags. Er war von 1971 bis 2009 Mitglied der SPD und danach von Juni 2009 bis Mai 2010 Mitglied der Piratenpartei.

Am 5. März 2009 hob der Immunitätsausschuss des Bundestages im Zuge staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen Tauss wegen Verdachts des Besitzes kinderpornographischer Schriften seine Immunität als Abgeordneter kurzfristig auf, um eine Durchsuchung seiner Wohn- und Büroräume zu ermöglichen. Tauss trat einen Tag danach von seinen Parteiämtern zurück. Er behielt sein Bundestagsmandat, verzichtete aber auf eine erneute Kandidatur.

Wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material ist der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden.

Tauss gab an, Kontakte zur Kinderpornografie-Szene aufgebaut zu haben und zu diesem Zweck auch „szenetypisches Material” besessen zu haben. Grund dafür sei jedoch ausschließlich sein Versuch gewesen, neue Kommunikationswege der Händler zu ergründen.

Tauss erklärte dazu, er halte sich für „nicht schuldig im Sinne der Anklage” und vertrat die Rechtsauffassung, als zuständiger Fachpolitiker im Bundestag im Sinne von § 184b StGB, Absatz 5, zu seinen Recherchen berechtigt gewesen zu sein.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Karlsruhe erklärte, es seien „keine objektiven Anhaltspunkte” für die von Tauss angeführten Recherchetätigkeiten gefunden worden; seine dahin gehenden Behauptungen seien „widerlegt.

Tauss’ Berliner Verteidiger Jan Mönikes und sein Karlsruher Kollege Michael Rosenthal, ein ausgewiesener Revisionsexperte, kündigten an, das Urteil vor dem Bundesgerichtshof prüfen lassen zu wollen. „Dies ist ein Urteil, mit dem ich nicht leben kann und nicht leben mag”, sagte Tauss nach der Verkündung.

Kommen wir nun wieder zurück zum aktuellen Fall aus Hessen. Die Bande war nach einem anonymen Hinweis bei einer Razzia vor einem Jahr aufgeflogen. Die Ermittler waren auf mehr als 100.000 Dateien gestoßen.

Oft dachte ich, einen abscheulicheren Film gibt es nicht, und dann kommt ein noch schlimmerer”: Über die Arbeit der Internet-Fahnder des LKA.

Der Kommissar besucht jeden Tag die einschlägigen Internetforen für Pädophile. Er braucht nur wenige Mausklicks, um Fotos von vergewaltigten Kindern auf seinen Computerschirm zu laden. Der Kriminaloberkommissar beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) sitzt im dritten Stock der Zentrale in München gemeinsam mit elf Kollegen.

Ihr Job: Sie durchforsten das Internet nach Straftaten.

Erst vergangene Woche präsentierte die Dienststelle “Netzwerkfahndung” den bislang größten Erfolg seit ihrer Gründung: Mit der “Operation Smasher” legte sie weltweit etwa 1200 Pädophilen das Handwerk.

Es war der bisher umfassendste Schlag gegen die Kinderpornoszene im Internet. Der Kampf gegen die Vergewaltiger und Vervielfältiger ist damit allerdings nicht gewonnen. Im Gegenteil: Die Dateien werden immer mehr und die Bilder immer brutaler, die Tauschringe immer konspirativer.

LKA-Cheffahnder Albert Bischeltsrieder warnt bereits vor einem rechtsfreien Raum. “Die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet ist zuletzt gewaltig angestiegen”, sagt Bischeltsrieder. “Das Internet fordert uns massiv, und die Polizei wird künftig mehr Sachmittel und Personal vorsehen müssen, um keinen rechtsfreien Raum entstehen zu lassen”, sagt der Kriminaldirektor.

Im Jahr 2007 gingen allein beim LKA in München 39.000 Hinweise auf Kinderpornographie ein. “Da sind wir fast abgesoffen”, so Bischeltsrieder.

Viele Tipps erweisen sich zwar als strafrechtlich nicht relevant, so sind etwa FKK-Bilder noch keine Kinderpornographie. “Aber wir gehen jedem Hinweis nach”, beteuert Bischeltsrieder. Dabei landen die Netzwerkfahnder regelmäßig einen Volltreffer. Wie bei der “Operation Smasher”, die ihren Ursprung 2006 in Italien hatte.

Die italienische Kinderschutzorganisation telefono arcobaleno (Regenbogen-Telefon) wies die Münchner Fahnder auf zwei Filme hin, die auf einem Server in der Region Konstanz gespeichert waren. Der Kommissar Richard Maurer, der seinen wirklichen Namen zum eigenen Schutz nicht in der Zeitung lesen will, und seine Kollegen überprüften das, wenig später rollte die “Operation Smasher” an.

Jetzt sind in Deutschland fast 1000 Täter aus allen Schichten und Altersgruppen überführt, 134 davon aus Bayern. Ein Mann aus Schleswig-Holstein wurde gefasst, der seine Töchter jahrelang fast täglich missbraucht hatte. Trotz dieses Erfolgs stieß die “Operation Smasher” aber auch an Grenzen: Weil nicht alle Daten rekonstruiert werden konnten, kamen viele Pädophile ungeschoren davon. Auch die Hintermänner der zwei Filme sind noch auf freiem Fuß.

Bei allen nationalen und internationalen Polizei-Erfolgen bei der Bekämpfung von Kinderpornografie macht den Täter immer wieder Hoffnung ungeschoren davonzukommen, weil die Mehrzahl der Richter keine abschreckenden Urteile verhängen.

Hoffnung besteht, dass couragierte Journalisten den Mut finden Täter mit Vollnamen und Adresse zu benennen, damit die Bürgerinnen und Bürger mit Kinder selber entscheiden können, ob sie in der Nachbarschaft von Kinderschänder leben wollen.

Bundesinnenminister Thomas de Mazière will den Kampf gegen Kinderpornografie deutlich verstärken und damit eine langjährige Forderung von CareChild erfüllen. Künftig sollen Ermittler straffrei sogenannte “szenetypische Straftaten” begehen dürfen.

http://www.carechild.de/news/politik/endlich_mehr_moeglichkeiten_fuer_kinderporno_ermittler_628_1.html

http://www.carechild.de/news/urteile/ludwigsburger_kinderschaender___28_faelle_von_sexuellem_missbrauch_von_kindern_261_193.html

freier Journalist EPF
Johannes Schumacher
Am Stadtrain 28a
41849  Wassenberg
Tel:024329335022
johannes19520@googlemail.com

Quelle: www.news4press.com – online 8.09.2010

———————————————————————————————–


Kommentare




© 2005-2009 gegensexuellegewalt.at - Impressum