25. März 2011

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Teil 2 der Akte Priklopil -Kampusch…

Teil 2 PRIKLOPIL- Fall

Frau Kampusch hält  ihren ersten  Aussagen bei der Polizei nicht stand...

Frau Kampusch hält ihren ersten Aussagen bei der Polizei nicht stand...

Fall Kampusch: Ein Video, viele Widersprüche

Weitere Details aus den geheimen Unterlagen: Was die Tatzeugin sagte. Worüber der Chefermittler klagte.

Letztes Update am 24.03.2011, 23:09

Entführungsopfer Kampusch: Nach 3096 Tagen gelang im August 2006 die Flucht.

Ungereimtheiten. Eine diplomatische Umschreibung für jene Aspekte, die sich aus dem Material der “Sonderkommission Kampusch” (das dem KURIER vorliegt) ergeben. Die Staatsanwaltschaft, die im Jänner 2010 die Ermittlungen für beendet erklärt hat, bekundet nun Interesse an diesen polizeilichen Unterlagen. Tatsächlich werfen sie zahlreiche offene Fragen auf.

Die Indizien

Franz Kröll war Chefermittler der Sonderkommission Kampusch. Er ortete im November 2009 “gedämpfte Ermittlungsbereitschaft seitens der Staatsanwaltschaft”. Man habe den Fall durch die Einzementierung der Einzeltätertheorie zu einem Ende bringen wollen. Johann Rzeszut, ehemaliger Höchstrichter und eine führende Figur der Kampusch-Kommission, klagt an: “Wir haben Staatsanwalt Mühlbacher unsere stichhaltige Indizien-Sammlung übermittelt. Trotzdem hat er zunächst für die erste Dezemberwoche eine Pressekonferenz angekündigt, um die Ermittlungseinstellung zu bekunden.” Und das, so Rzeszut, noch vor (!) einer Gegenüberstellung zwischen Natascha Kampusch und einer Zeugin der Entführung (2. März 1998). Staatsanwalt Mühlbacher sagt dazu, er wolle “einzelne, aus dem Zusammenhang gerissene Anschuldigungen des Herrn Rzeszut” unter Zeitdruck nicht kommentieren.

Das Material

Zahlreiche Zeugenaussagen (festgehalten auf Tonträgern und in Niederschriften) nähren den Verdacht einer Mehrtätertheorie. Beispiel Polizeivideo zur Rekonstruktion der Tat, erstellt am 31. August 2006, eine Woche nach der Flucht von Kampusch. Die Zeugin der Entführung von Kampusch (der KURIER hat Bilder des verschwunden geglaubten Videos gestern publiziert)

Video 2006

sagt: “Ich hab’ die zwei Leute in dem Wagen gesehen. Der eine war der Priklopil, der war auf dem Beifahrersitz. Der Fahrer hatte so eine Stoppelglatze … dann bin ich weitergegangen, dann kam die Natascha, … dann hab ich einen Schrei gehört, hab’ mich umgedreht, den Arm gesehen, wie er sie reingepackt hat. Dann sind die zwei Männer schnell weggefahren …”

Polizeivideo: Kampusch Tatrekonstruktion

Natascha Kampusch http://static.kurier.at/grafik/artikelebene/artikeloverlay_vid.png Polizeivideo

Am 3. Dezember 2009 geriet die Gegenüberstellung zur Farce. Chefermittler Kröll, der so viele Belege zusammengetragen hatte, hat sich den Anordnungen von höchster Stelle gefügt, wie er in einer eMail an einen Freund bekundete.

“Unmissverständlich” sei ihm klargemacht worden, nicht mehr weiterzubohren. Der Fahnder führte die Gegenüberstellung, ohne Vorhalte zu machen. Im Sinne der Einzeltätertheorie. Richter Rzeszut: “Kröll ist in die Knie gegangen und hat sich das nicht verziehen.” Im Juni 2010 nahm sich Franz Kröll das Leben. Sein Bruder Karl will den Suizid nicht wahrhaben. “Die wollten ihn weghaben, weil er die Wahrheit offenbaren wollte.”

Der Abschiedsbrief

Quelle- Foto: Kurier

Quelle- Foto: Kurier

Grafologisches Gutachten: Der Schriftzug aus dem “Abschiedsbrief” stammt nicht von Priklopil. Doch auch die Todesumstände von Haupttäter Priklopil bieten Ansätze für neue Überlegungen.

Priklopil legte sich nach der Flucht von Natascha Kampusch vor einen Zug. Bekannter Ernst H. präsentierte den Ermittlern einen Abschiedsbrief. Der bestand aus einem Wort. “Mama”. Ein grafologisches Gutachten ergab: Keinerlei Ähnlichkeiten mit Priklopils Handschrift. Dafür Ähnlichkeiten mit jener von H. (siehe Faksimile) .
Die Politik beginnt zu reagieren: Auf Basis des KURIER-Berichts brachte der BZÖ-Abgeordnete Ewald Stadler gestern eine parlamentarische Anfrage ein. “Ein starkes Stück. Das verlangt nach Aufklärung.”

Die Staatsanwälte suchen die Offensive

In Innsbruck soll auf Geheiß von Justizministerin Bandion-Ortner ermittelt werden, ob es Verfehlungen der Staatsanwälte im Fall Kampusch gegeben habe. Nach den KURIER-Enthüllungen ging Richard Soyer, Verteidiger der Staatsanwälte, in die Offensive. Er spricht von “abenteuerlichen Verschwörungstheorien” und verweist u.a. auf einen immerhin 24 Seiten umfassenden Abschlussbericht von Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher vom 18. Dezember 2009.

Aus den Akten ergebe sich eindeutig, “dass die Staatsanwaltschaften eng und vertrauensvoll mit den ermittelnden Polizeieinheiten kooperiert haben, umfangreichste Ermittlungen geführt wurden und allen sinnvollen Ermittlungsansätzen nachgegangen wurde”. Am Ende habe sich der Tatverdacht “dennoch nur gegen einen einzigen Täter” (Priklopil, Anm.) gerichtet.
Fakt ist: Diese Ausführungen der Staatsanwälte stehen im krassen Widerspruch zu den Ausführungen der Mitglieder der Sonderkommission rund um die ehemaligen Höchstrichter Johann Rzeszut und Ludwig Adamovich.

Letztes Update am 24.03.2011, 23:09

Quelle: www.kurier.at 25.3.2011

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Fall Priklopil und verschwundenes Video, Dokumente und so weiter, Aussagen die nicht als solche galten und Soko Chef Kröll sollte nicht so genau recherchieren….

Fall Priklopil Videos -Dokumente…
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