26. März 2011

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Der Fall Kalinka, findet nach…

…nach 30 Jahren seine Gerechtigkeit vor Gericht!

Justizkrimi wird jetzt neu aufgerollt

Der Fall Kalinka – das tote Mädchen vom Bodensee – liegt lange zurück. Fast 30 Jahre nach dem Tod der 14-Jährigen tritt das ein, was der Vater ihr am Grab geschworen hat: “Ich bringe Deinen Mörder vor Gericht.” – Weil er Selbstjustiz übte.

Kalinka wurde vom  Arzt vergewaltigt und ermordet...

Kalinka wurde vom Arzt vergewaltigt und ermordet...

Foto © APAKalinka soll vor fast 30 Jahren von ihrem Stiefvater ermordet worden sein.

Fast drei Jahrzehnte hat André Bamberski alles gegeben, um denjenigen zur Rechenschaft zu ziehen, den er für den Vergewaltiger und Mörder seiner Tochter Kalinka hält.

Der Vater der sein Wort hielt...

Der Vater der sein Wort hielt...

Der Franzose hat Freizeit, Vermögen und Karriere geopfert.

Er hat zuletzt sogar die Hilfe von Kriminellen in Anspruch genommen, ist selbst mit dem Strafrecht in Konflikt geraten. Aber mit 73 Jahren ist der pensionierte Buchhalter nun am Ziel.

Der strenggläubige Katholik hat eingelöst, was er vor knapp 29 Jahren am Grab der Tochter gelobt hat.

Der Sexualmörder den die deutsche Justiz verschonte...

Der Sexualmörder den die deutsche Justiz verschonte...

Er hat Dieter Krombach vor Gericht gebracht. Von Dienstag an muss der 75-jährige deutsche Arzt wegen Mordes an dem Mädchen im Pariser Justizpalast Rechenschaft ablegen. Die Jagd ist zu Ende.

Der Verfolger kann sich zurücklehnen. Die anderen Verfahrensbeteiligten haben weniger Grund zur Genugtuung. Die Geschichte des Strafverfahrens gegen den deutschen Kardiologen ist gespickt mit Pannen und Peinlichkeiten. Eine dubiose Entscheidung reiht sich an die andere. Die Prozesseröffnung macht keine Ausnahme. Wenn Krombach bis zum 8. April drei Berufsrichtern und neun Schöffen Rede und Antwort zu stehen hat, dann deshalb, weil Bamberski Selbstjustiz geübt hat.

Er hat den Mann, den Deutschlands Staatsanwaltschaft wegen Kalinkas Tod partout nicht zur Rechenschaft ziehen wollte, von einem Entführerkommando zusammenschlagen und nach Frankreich verschleppen lassen, wo er 1995 bereits in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war.

Gerechtigkeit

Am 18. Oktober 2009 fand die Polizei im elsässischen Mulhouse den alten Mann – ein mit Klebeband gefesseltes Bündel Mensch – vor dem Justizgebäude. Darf Frankreichs Justiz jemandem den Prozess machen, der durch ein brutales Verbrechen in ihre Gewalt gelangt ist?

Das Gericht scheint es zu bejahen.

Um die Entführung wird es im Pariser Justizpalast deshalb wohl auch nur am Rande gehen. Sie soll Gegenstand eines zweiten Verfahrens sein, in dem die Hauptdarsteller des Dramas die Rollen tauschen. Bamberski hat dann die Anklagebank zu drücken. Ihm drohen zehn Jahre Haft.

Jetzt heißt es erst einmal klären, was sich am Abend jenes 9. Juli 1982 in Krombachs Haus zugetragen hat. Der namhafte Mediziner lebte damals mit Bamberskis Ex-Frau Danielle, der Mutter Kalinkas, in Lindau am Bodensee. Das Mädchen, 14 Jahre alt, blond, sportlich, kerngesund, war zu Beginn der Sommerferien zu Mutter und Stiefvater gereist. Nichts Ungewöhnliches, bis zum 10. Juli.

An diesem Morgen liegt Kalinka tot in ihrem Bett. Ihr Körper weist Einstichstellen auf. Er habe ihr ein Eisenpräparat gespritzt und sie mit verschiedenen Injektionen wiederzubeleben versucht, gibt Krombach später zu Protokoll. Die Todesursache bleibt auch nach der Obduktion unklar. Was die Pathologen zweifelsfrei feststellen, sind Verletzungen an Kalinkas Scheide.

Was folgt, wirft dann nicht nur auf Krombach, sondern auch auf die deutsche Justiz kein gutes Licht. Fünf Wochen nach dem Tod des Mädchens stellt die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren mit dem Vermerk “vermutlich natürliche Todesursache” ein.

Kalinkas Vater ist fassungslos.

1997 zeigt eine 16-jährige Patientin Krombach wegen Vergewaltigung an. Der Arzt, der das Mädchen mit einer Spritze betäubt und missbraucht hat, kommt glimpflich davon: zwei Jahre auf Bewährung. Weitere Frauen melden sich. Diese Fälle sind inzwischen verjährt. Für Kalinkas Vater sind sie es nicht.

AXEL VEIEL, PARIS

Quelle: www.kleinezeitung.at 26.3.2011

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Nach 30 Jahren: Krombach zeigt keine Reue, nur Zorn

Dieter Krombach, der 1982 seine Stieftochter vergewaltigt und ermordet haben soll, hat vor dem Geschworenengericht in Paris einen schweren Stand.

Vater der den Sexverbrecher vor Gericht brachte nach 13 Jahren für seine Tochter...

Vater der den Sexverbrecher vor Gericht brachte nach 30 Jahren für seine Tochter...

Foto © ReutersBamberski, der Vater von Kalinka, hat Krombach nach 30 Jahren Verfolgung vor Gericht gebracht

Das also ist der Mann, der vor fast 30 Jahren seine Stieftochter Kalinka vergewaltigt und umgebracht haben soll. Als letzter hat Dieter Krombach am Dienstag den Gerichtssaal betreten. Hunderte Augenpaare heften sich auf den 75-Jährigen, versuchen in kantigen, fast ausgemergelten Gesichtszügen zu lesen.

Der deutsche Arzt erwidert die Blicke nicht, Seine ganze Aufmerksamkeit gilt den Stufen, die er hinabsteigen muss, um zur Anklagebank zu gelangen. Die linke Hand umklammert eine Krücke.

Doch so hinfällig der Deutsche wirkt, seine Willenskraft, seine Selbstgewissheit scheinen ungebrochen. Krombachs klare, feste Stimme füllt den Großen Geschworenensaal des Pariser Justizpalasts: “Geboren am 5. Mai 1935, zuletzt wohnhaft in Waldweg 26, Scheidegg, Beruf Arzt.” Krombach denkt nicht daran, in dem beeindruckenden Justizpalast das Haupt zu senken.

Vielleicht ist es ja der Zorn, der ihm Kraft verleiht. Zorn darüber, dass er in Frankreich wegen eines Falls vor Gericht steht, in dem die deutsche Justiz bereits ermittelt hat und der nach einem rechtskräftigen Einstellungsbeschluss des Oberlandesgerichts München 1987 für immer aus der Welt geschafft schien. Zorn darüber, dass Entführer ihn im Einvernehmen mit Kalinkas leiblichem Vater, André Bamberski, im Oktober 2009 zusammengeschlagen, nach Frankreich gebracht und gefesselt nahe des Gerichts von Mulhouse abgelegt haben.

Zorn darüber, dass die französische Justiz an all dem keinen Anstoß nimmt. Wenn Krombach, der in Frankreich 1995 bereits in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war, nun in Anwesenheit belangt wird, dann deshalb, weil das Geschworenengericht weder im deutschen Einstellungsbeschluss noch in Bamberskis Entführungscoup ein Verfahrenshindernis sehen mag.

Höchstgericht angerufen

Krombachs Verteidiger Yves Levano fordert eine Stellungnahme des Europäischen Gerichtshofs. Levano will höchstrichterlich klären lassen, ob der Prozess nicht den Rechtsgrundsatz verletzt, wonach niemand wegen desselben Sachverhalts zweimal belangt werden darf.

Krombach und sein Verteidiger wissen: Wenn sich das Gericht erst einmal mit dem Vergewaltigungs- und Mordvorwurf auseinandersetzt, haben sie einen schweren Stand. Alles wird dann wieder aufgerollt werden: die widersprüchlichen Erklärungen, die Krombach für die der 14-Jährigen am 9. Juli 1982 in seinem Haus verabreichte Spritze gab; die an der Leiche im Geschlechtsbereich entdeckten Verletzungen; der Fall der 16-jährigen Patientin, die Krombach mit einer Spritze betäubt und sexuell missbraucht hat.

André Bamberski, der diesen Prozess als sein Werk betrachten darf, sitzt hinter Papierstapeln und Aktenstößen. Er blättert vor und zurück, macht Notizen. Der pensionierte Buchhalter, der am Grab der Tochter geschworen hat, ihren Mörder vor Gericht zu bringen, scheint das letzte Kapitel seiner fast 30-jährigen Verfolgungsgeschichte schreiben zu wollen. Nicht weit von ihm hat Danile Gonnin Platz genommen, seine Ex-Frau, Kalinkas Mutter. Die Französin, die sich nach der Scheidung Krombach geheiratet hatte, hat die Seiten gewechselt.

AXEL VEIEL, PARIS

Quelle: www.kleinezeitung.at 29.3.2011

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Zitat:

Besser spät als NIE!!! Ist die französische Justiz besser als die von Deutschland und Österreich? Bringen die deutschen und österreichischen Gerichte die Menschen zur Selbstjustiz, wie auch andere Fälle zeigen?

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Der Vater der sein Versprechen einlöste…

Der Vater der sein Versprechen einlöst…
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Buch Vorbstellung möglich….

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