15. November 2011

Filed under: Berichte & Artikel,Wie müsste Hilfe aussehen? — here @ 23:07

Kinder können sich nicht selbst schützen!

Das zu glauben ist eine Illusion

Hermine Reisinger (60) litt als Kind unter brutaler sexueller Gewalt ihres Pflegevaters. Sie hat ihre Geschichte aufgeschrieben.

Ich in der Natur...

Ich in der Natur...

Foto © Traussnig

Sie hat geschrien, gekratzt, gebissen, gestrampelt, hat versucht davonzulaufen, hat andere Menschen informiert – genützt hat es nichts. “Es ist eine Illusion, dass Kinder sich selbst gegen Kinderschänder schützen können”, sagt Hermine Reisinger (60). Von ihrem zweiten (!) bis zu ihrem 14. Lebensjahr litt die gebürtige Linzerin, die in Villach lebt, unter der brutalen sexuellen Gewalt ihres Pflegevaters. Der Täter kam zwar schließlich vor Gericht, aber aufgrund der fünfjährigen Verjährungsfrist, die damals galt, wurde er für seine Taten nie verurteilt.

Vor 13 Jahren haben Sie begonnen, Notizen über alles, was vorgefallen ist, zu machen. Was hat sie veranlasst, diese als Buch zu veröffentlichen?

HERMINE REISINGER: Ich will wachrütteln und anderen Opfern Mut machen, Anzeige zu erstatten. Eltern sollen sich nicht in Sicherheit wiegen, dass ihre Kinder geschützt sind. Selbst Nichtbetroffene bezahlen mit ihren Beiträgen – etwa den Gefängnisaufenthalt sowie Gutachten und Therapie – für die Täter.

Sie sagen, Kinder können sich nicht selbst vor Kinderschändern schützen, das sei Aufgabe der Gesellschaft. Was muss aus Ihrer Sicht diesbezüglich geschehen?

REISINGER: Ich fordere fünf Jahre Mindeststrafe für sexuelle Gewalttäter gegen Kinder. Geldstrafen gehören abgeschafft, ebenso bedingte Strafen. Es sollte auch eine konkrete Ansprechperson im Parlament geben, die Gesetze dahingehend beurteilt, ob sie im Sinne von Opfern sexueller Gewalt sind, und die eigene Gesetzesinitiativen einbringt.

Sie schelten auch die Medien. Diese würden eine verharmlosende Sprache gebrauchen.

REISINGER: Begriffe wie ,Sexspiele’ oder ,Missbrauch’ verharmlosen. Es geht um sexuelle Gewalt. Ich verwehre mich auch gegen den Ausdruck ,Kinderpornografie’, das ist reale sexuelle Folter und hat nichts mit Pornografie zu tun. Pornodarsteller entscheiden sich dafür, sich filmen zu lassen, Kinder nicht.

Sie werfen der Gesellschaft vor, Täterschutz statt Opferschutz zu betreiben.

REISINGER: Verurteilte Kinderschänder leben anonym in Österreich, geschützt vom Datenschutz, und können weitermachen. Diese Persönlichkeitsrechte gelten für die Opfer de facto nicht, besonders, wenn sie weiterhin auf den Webseiten von Kinderschänderringen am Opferpranger dargeboten werden.

Im Buch äußern Sie Rachegedanken ihrem Peiniger gegenüber. Rache geübt haben Sie nie.

REISINGER: Wenn ein Opfer keine Aggressionen mehr gegen seinen Peiniger aufbringt, ist es zerstört. Vielen Opfern geht es sehr schlecht, weil sie zusehen müssen, wie gut es den Tätern geht. Diese sind oft gut situiert und integriert, im Gegensatz zu den Opfern.

ELKE GALVIN

Quelle:  www.kleinezeitung.at 16.11.2011

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Musikalisch wird der Abend von dem Musikduo

Galvin &Sko mit irischer Musik untermalt.

Eine spontane Entscheidung dieser beherzten Journalistin der Kleinen Zeitung mir das gratis Angebot gemacht hat nach dem Interview.
Hörprobe ihrer Musik…

ELKE GALVIN
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TOTE KINDERSEELE Mein Weg zurück ins Leben…

TOTE KINDERSEELE …
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EIN KLEINES FEEDBACK für mich…

Ein kleines Feedback für mich…
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